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CHRISTOPH SIMON – Mit Weitsicht «Auf Kurs»

11. Februar 2026

von Nicole Zimmerli Schumacher, Kultur und Kontakte in der Kommende Reiden

Leicht macht er es sich nicht: Mit schwerem Koffer im Schlepptau erklimmt Christoph Simon am 7. Februar 2026 den Hügel zur Kommende Reiden. Auf dem Weg begegnet er einer freundlichen, aber neugierigen Unbekannten. Gemeinsam kämpfen sie sich keuchend und schwitzend die Stufen hinauf – motiviert, das Ziel vor Augen. Oben angekommen, treffen nach und nach die Vorstandsmitglieder von Kultur und Kontakte in der Kommende ein, stellen Stühle auf, richten das Buffet her, schneiden Kuchen und justieren die Lichtanlage und treffen Absprachen.

Die Parallelen zu Simons Kabarettstück «Auf Kurs» sind unverkennbar. Darin treffen sich sechs Menschen zu einem Malkurs in den Bergen. Was nach Ruhe und Alpenidylle klingt, entwickelt sich rasch zu einem pointenreichen Durcheinander: Ein Raumplaner im Ruhestand, eine junge Frau im Zwischenjahr, die mit einer Hängematte durchs Land reist, ein übermotivierter Kursleiter, ein arbeitsscheuer Hüttenwart, Regula, die für alles offen ist und erst einmal die Möbel umstellt, sowie Alma, eine stille, unsichere Frau, die über sich hinauswächst.

Unter Sinalco-Sonnenschirmen wird gemalt, im Matratzenlager um Schlafplätze gerungen und in der engen Hüttenküche gemeinsam gekocht. Dabei kommen sich die Figuren auf unterschiedlichste Weise näher. Man weiss nie, was als Nächstes geschieht – und selbst der Hüttenwart, der sich bemüht, keinerlei Erwartungen zu haben, wird von den Ereignissen überrascht. Menschen aus verschiedenen Welten treffen aufeinander, Ideen und Ansichten prallen aufeinander, Reibung erzeugt Wärme. Und bevor sich die Wege wieder trennen, versprechen sie sich – mit gekreuzten Fingern hinter dem Rücken – in Kontakt zu bleiben.

Wortgewandt und mit feinem, trockenem Humor zeichnet Christoph Simon die schroff-liebliche Berglandschaft ebenso wie die Eigenheiten seiner Figuren. In ihren Macken, Mustern und Marotten erkennt sich so mancher wieder – oder zumindest die Nachbarin, den Arbeitskollegen, die Vereinskameradin oder den Bauern aus dem nächsten Dorf. Bildhaft und pointiert schlägt Simon eine Brücke zwischen Stadt und Land, zwischen Fremd- und Selbstbild. Er zieht seine Pointen scheinbar mühelos aus dem Hüttenwart-Hemdsärmel – und macht aus Fremden für einen Abend Vertraute. Auch das Publikum hatte er locker im Ärmel. Atemlos verfolgten die Anwesenden die überraschenden Wendungen und scharfen Beobachtungen und belohnten den Künstler schliesslich mit tosendem Applaus. Bei Gesprächen, Getränken und Kuchen wurden anschliessend in der Taverne der Kommende neue Kontakte geknüpft, und Christoph Simon signierte das eine oder andere Buch – denn: «Wer nimmt, dem wird gegeben.»