Aktuelles
Kultur genossen, Kontakte gepflegt


Mit dem Anlass Klassik(er) im Advent schloss der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende am letzten Sonntag sein diesjähriges Programm. 

Über 40 Personen nahmen am 1. Advent in der Reider Kommende Platz. «Lehnen Sie sich zurück, geniessen Sie den Abend», sagte KKK-Präsidentin Silvia Steiner, bevor sie die Bühne den drei Musikerinnen Lindsay Buffington, Regina Meyer und Chelsea Czuchra überliess. Mit Harfe, Querflöte und Gesang sehnten sie in ihrem Programm «Sonnenwende» die Rückkehr des Lichts heran, liessen mit Werken von G.F. Händel, G. Fauré, F. Martin sowie traditioneller Musik aus verschiedenen Ländern die momentan langen dunklen Nächte vergessen. 

Ob im Duett oder im Trio: Klassik traf auf Klassiker. Letztere ertönten beispielsweise beim Medley von Georg Gershwins  grössten Musicalhits, die sich auch mit Harfe und Querflöte spielen lassen. Kurzum: Die in der Reider Kommende dargebotene Kultur wurde mit grossem Applaus gewürdigt und die Formation erst nach mehreren Zugaben von der Bühne verabschiedet. Die Kontakte kamen im Anschluss an das rund einstündige Konzert ebenfalls nicht zu kurz. In der Taverne wurde geplaudert, gelacht, getrunken und gelöffelt. Die vom Wirtschaftsteam frisch zubereitete Bündner Gerstensuppe und der selbstgemachte Glühwein rundeten einen Abend ab, bei dem es den Gästen warm ums Herz wurde.   

 

 

Anna Mae & Band

Das Vibrato in der Stimme sitzt, die rhythmische Gitarre reisst mit: Musik war schon immer ein wichtiger Teil im Leben von Nadja Limacher. Am Freitag, 26.Oktober, 20 Uhr, ist sie auf der Kommenden-Bühne zu sehen.

Unter dem Künstlernamen Anna Mae macht die gebürtige Willisauerin als Sing and Songwriterin Furore. Edith Piaf, Michel Sardou, Elvis Presley oder Tina Turner sind ihre Vorbilder – ihre Songs erinnern an die ganz Grossen und sind trotzdem jedes Mal original Anna Mae.Sie bringt Country, Blues und Pop zusammen und zeigt dabei ihre Liebe zum französischen Chanson. 

Vor anderthalb Jahren hängte die 28-Jährige ihren KV-Job an den Nagel und verschrieb sich ganz der Musik. In dieser Zeit entstehen unter anderem ihre erste EP "Let It Roll" und der Videoclip zum Song "Don't Go Away". Mittlerweile ist sie nicht mehr ausschliesslich als Solokünstlerin unterwegs, sondern auch mit ihren treuen Begleitern Roli Stadelmann am Bass und Gabriel Yaacoub an der Gitarre.

Nach Auftritten an Schweizer Festivals wie beispielsweise dem Internationalen Country Music Festival Albisgüetli oder dem Open Air Gampel spielte die 28-Jährige diesen Frühling auf der anderen Seite des Grossen Teichs auf. Eine Jury lud sie zu einem Show Case ans internationale Musikfestival «Canadian Music Week» nach Toronto ein. Auf ihr Talent als Sing- und Songwriterin wurde auch die Albert Köchlin Stiftung aufmerksam. Ende August erhielt sie einen Förderbeitrag für ihr weiteres musikalisches Schaffen.

Ein Traum unter dem Lindenbaum


Ihren Namen hat die Solothurner Mundartband richtig gewählt: «Supersiech» überzeugten bei ihrem Auftritt am Sommerfest auf der Kommende.

«Wenn gross wotsch usecho, im Fernseh oder so, denn bruchsch e Bärner i de Band». Zeilen, die einst Mundartlegende Polo Hofer sang. Hatte er recht, steht der Band «Supersiech» die Musikwelt offen. Schliesslich zupft mit Michael Leuenberger ein Bundeshauptstädter die Seiten des Kontrabasses. Für die «Berner Note» im rumpelnden Sound der vierköpfigen «Kapelle» sorgt trotz breitem Solothurner Dialekt aber auch Frontmann Düdü Dubach. Wer die Augen schliesst, wähnt hie und da Endo Annaconda von «Stiller Haas» auf der Bühne. Die Solothurner Band könnte sich also problemlos als «Bern Ost» vermarkten. Doch eine solche Anbiederung hat «Supersiech» nicht nötig. Hier erhält die «Schönste Beiz Solothurns» und dessen Koch «Lücku» munter drauflos polternd eine Hommage, weht in gefühlvollen Liebesliedern eine Brise Schmerz mit oder bekommen «Grännis» den Spiegel vorgehalten. Dies mit Wortspielen, die reimen und trotz angepeilter Dichtkunst mit Witz und Tiefgang daherkommen. Kurzum: Dülü Dubach schlittert allerliebst an jenem Mainstream vorbei, mit dem zurzeit viele Mundartbands ihr Glück versuchen. Gleichzeitig drückt er dem von seiner Band ausgelegten Soundteppich mit Akkordeon oder Banjo einen unverkennbaren Stempel auf.

Dem Namen gerecht geworden
Supersiech? «Einfach super», war denn auch das Urteil einer Zuhörerin am Samstagabend. Einziger Wermutstropfen: Es fanden nur gerade rund 40 Personen den Weg hinauf zur Kommende. Doch der Stimmung im lauschigen Innenhof des Reider Wahrzeichens tat dies keinen Abbruch. Es wurde geklatscht, mitgesungen und mitgepfiffen – und wenn Thomi Christ, Tobee Knuchel, Michael Leuenberger und Dülü Dubach zum Solo ansetzten oder mit spontanen Improvisationen so richtig Fahrt aufnahmen, gabs gar Zwischenapplaus. Kein Wunder waren die mitgebrachten CDs am Ende des Abends so heiss begehrt wie die Würste und Steaks, die während des Anlasses serviert wurden. Mit R. Dean Taylors a cappella vorgetragenen «There is a Ghost in my House» verabschiedete sich «Supersiech» letztlich von seinem Publikum. Die Lichter auf der Kommende wurden jedoch viel später gelöscht. Schliesslich wollte an diesem lauen Sommerabend auch der organisierende Verein Kultur und Kontakte in der Kommende zu 100 Prozent bieten, für was er sich mit seinem Namen einsetzt.

 

 

Sommerfest mit "Supersiech"


Ab unter den Lindenbaum: Am Sommerfest im lauschigen Hof der Kommende vom 18. August ist die Band "Supersiech" zu Gast. 

«Supersiech» tritt unter dem Lindenbaum im malerischen Kommende-Innenhof auf. Die vierköpfige Solothurner Mundartband mit Frontmann Düdü Dubach tingelt munter durchs Land, von Biel bis in den Thurgau, von Schaffhausen bis nach Reiden und liefert dabei eine erstklassige Show ab. Sei es im lüpfigen New-Orleans-Stil, als dunkle Klage oder einfach als Wohlfühlsound fürs Gemüt – «Supersiech» macht mit Texten auf sich aufmerksam, die man versteht und trotzdem allerliebst am Mainstream vorbeischlittern. Die famose Kapelle trotzt jeglicher Schubladisierung. Wie sagt schon ein Nowosibirsker Sprichwort: "Wo es rumpelt, da lass Deine Seele tanzen".
 

Natürlich fehlt am Sommerfest von Kultur und Kontakte auch der kulinarische Teil nicht. Für Speis und Trank ist gesorgt. Kurzum: Zurücklehnen und Geniessen ist angesagt. Doch zuvor gilt es noch etwas zu tun: Unter www.kkk-reiden.ch das Ticket fürs Sommerfest reservieren!

Hörbeispiele unter www.supersiech.ch

 

Rockabilly mit Mr. & Mrs. Baby


Elvis lebt! Und nicht nur er. An diesem Konzert vom Samstag, 9. Juni, 20 Uhr, in der Kommende Reiden  können sich die KKK-Gäste von Mr. & Mrs. Baby musikalisch in die 50er- bis 70er-Jahre entführen lassen.

Tanzen ist angesagt auf der Reider Kommende: Mr. & Mrs. Baby spielen Soul, Jumping Blues, Rock`n Roll, Blues and more. Das Repertoire von Gitarrist Dano Paladini und Sängerin Irene Zwahlen reicht von Elvis Presley bis Etta James, von Jonny Cash bis Tina Turner oder Aretha Franklin. Die beiden schöpfen aus einem grossen Fundus an bekannten Songs aus den 50er, 60er und 70er Jahre, interpretieren diese mit rauchiger Stimme und satten Gitarrenriffs auf ihre eigene Weise. Kurzum: Beim Publikum wird es mit Sicherheit nicht beim Wippen mit dem Fuss bleiben.

Für Kultur in der Kommende ist also gesorgt. Und auch die Kontakte sollen nicht zu kurz kommen. Zwischen den einzelnen Auftritten lädt der Verein zum Auftanken in seine Taverne ein. Diese ist bereits ab 19.30 Uhr geöffnet.

Rockabilly
Samstag, 9. Juni, 20 Uhr, Kommende Reiden (Taverne ab 19.30 Uhr geöffnet)
Vorverkauf: www.kkk-reiden.ch oder Telefon 062 758 36 00
Ticketpreis: 25 Franken

 

Bunte Dorfgeschichten aus der Waschküche


Ausverkauft! Bastler & Grautier spielten in der Kommende vor vollen Rängen und nutzten das Heimspiel für ein paar Anekdoten. Ganz zur Freude des Publikums.

Die Kantonsgrenze. Sie war für Fabian Rölli (Grautier) jene Linie, von der er dem Dorfpolizisten freudig zuwinken konnte. Etwa, wenn er mit zwei Kollegen auf einem Töffli von Reiden nach Zofingen unterwegs war und der Gendarm sie ziehen lassen musste – ihr Hoheitsgebiet durften die Uniformierten zur Freude der Jungspunde nicht verlassen. «Erwischt haben sie mich trotzdem», sagte Fäbu. Als er nach Hause kam, winkte ihm der Dorfpolizist vom Hausplatz entgegen. «Er wartet angelehnt an seinen beigen Opel Kadett sicher drei Stunden, um mir 20 Franken abzuknöpfen.» Es waren solche Geschichten, die dem Programm «chli BREIT» eine zusätzliche Note verliehen.

Parkplatz statt Jugend(t)raum
Bei seinem Heimspiel schöpfte das Grautier aus dem Vollen und steuerte mit seinem Bühnenpartner Bastler (Thomas Neumeyer) gar ein eigens für Reiden einstudiertes Lied bei. Was mit Urlauten archaisch begann, endete in einem klangvollen «Jodlerduett» und einer Einladung für eine Polonaise auf den Reider Hausberg. Hier wo sich Fabian Rölli an einst unverbauter Lage die Nächte um die Ohren geschlagen hat und glücklicherweise nie gefilzt wurde. Kurzum: Bastler & Grautier spulten nicht einfach ihr Programm runter – ganz zur Freude der rund 120 Gäste, die sich teilweise in den Geschichten als Mitprotagonisten wiederfanden, sich beispielsweise an den Jugendraum der Gemeinde zurückerinnerten. Ein Stück Land, das heute laut Fäbu sinnvoller genutzt wird. «Es braucht eben Parkplätze», meinte er und liess dabei jene Ironie durchblicken, die sich durch die Lieder des optisch ungleichen Duos zieht. So huldigen der 1.90 Meter grosse Riese mit seinem 1.59 grossen Bühnenpartner dem «Werhasen», der nachts im Blicke eines Zielfernrohrs in den Rüeblibeeten sein Unwesen treibt. Oder sie singen ein Anti-Liebeslied und werben wenig später – «Ei-ei-ei» – um die Gunst der Frauen. Beim Song «Ofem Mond» wurde manch einer beim Blick in die Waschtrommel zum Mondsüchtigen, schwelgte bei besinnlicheren Stücken in seiner Jugendzeit und den damals verfolgten Idealen.

Ein Duo, das den Heimbonus nicht nötig hat
Stiegen Bastler & Grautier in ihrer zur Waschküche umfunktionierten Bühne textlich etwas unter der Gürtellinie ein, liessen sie im Verlaufe des humorvollen Abends die Tiefsinnigkeit nicht vermissen. «Diese beiden waren eine Entdeckung für mich», sagte eine Besucherin aus der Stadt Luzern nachdem sie sich den rund 90-minütigen Erstling von Bastler & Grautier zu Gemüt geführt hatte, in dem die beiden insbesondere musikalisch überzeugen. Tolle Stimmen, tolle Melodien, tolle Texte. Bastler & Grautier hatten ein Heimspiel – den Heimbonus jedoch benötigen sie nicht. Hier standen zwei Musik-Kabarettisten auf der Bühne, von denen Mann und Frau noch viel hören werden.

Mr. & Mrs. Baby folgen auf Grautier & Bastler 
Zu hören gibt es auch auf der Bühne des KKK Reiden in diesem Jahr noch so einiges. Elvis lebt! Und nicht nur er. Am nächsten Anlass am Samstag, 9. Juni, können sich die KKK-Gäste von Mr. & Mrs. Baby musikalisch in die Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahre entführen lassen. Der Vorverkauf ist auf der Vereinswebseite ab sofort aufgeschaltet.

Text: Willisauer Bote/ Stefan Bossart

Selbst eine Fliege kann beflügeln


Auf ein Wort und 1000 Töne lud der Verein KKK am Sonntagabend. Dabei kam sogar ein Rassierapparat zu seinem grossen Auftritt. Musiker Albin Brun und Spoken-Word-Künsterlin Stefanie Grob sei Dank.

Wohl die wenigsten haben sich einmal überlegt, wie eine Fliege an der Zimmerdecke landet. Dreht sie sich kurz vor dem Landeanflug oder tastet sie sich rücklings an ihren Standplatz heran? Spoken-Word-Künstlerin Stefanie Grob wusste selbst keine Antwort, verpackte sowohl die eine als auch die andere Variante in jene Worte, die Musiker Albin Brun live vertonte. Nicht etwa mit seinem Schwyzerörgeli, dessen grüner Blasbalg zigmal auf und zu ging und beim applaudierenden Publikum für feuerrote Hände sorgte. Brun griff für Grobs Text zum Rasierapparat, verhalf den im Winter kaum herumsurrenden Fliegen zum guten Ton. Immer wieder überraschte der zum «Schweizer Musiker des Jahres 2017» erkorene Luzerner Multiinstrumentalist mit skurrilen Geräuschen. Seinem «Waterphone» entlockte er beispielsweise ein ganzes Streichorchester, welches wie auf der Titanic bis zum bitteren Ende aufspielte. Nur, dass es sich in Grobs Geschichte um eine Hauseinweihungsparty handelte, die im Desaster endete. Rolfs am Kugelgrill verbrannte Hände, die Schoggi-Flecken auf dem neuen Micasa-Sofa oder das «z Hodle ond Fätze» gerissene Meerschweinchen der Nachbarn stellten sich letztlich als Bagatellen heraus. So viel sei Verraten: Die nächste Hauseinweihungsparty darf geplant werden, weil das Dach über dem Kopf einbrach. Der Verantwortliche: ein malaysischer Riesenmaulwurf.

Notlügen werden zum Bumerang

Abgesehen von solch abstrusen Wendungen: Stefanie Grobs Geschichten sind mitten aus dem Leben gegriffen. Der eine oder andere Zuhörer sieht sich mit Dingen konfrontiert, die ihn selbst auch schon beschäftigt haben. Wie um Himmelswillen erklärt man seinen Zöglingen die Rudelbildungen von Samichläusen in den Warenhäusern? Wie lässt es sich erklären, dass Nikoläuse Anfang November auf Rollschuhen durch die Stadt kurven? Und wie schnell entpuppt sich eine scheinbar «gäbigi Notlüge» als veritable Sackgasse? Versteht das Kind «Maria im Gfängnis» statt «Maria Empfängnis» können Ausflüchte zum Bumerang werden. Dann hatte Maria eben ihren Esel direkt neben dem Rüeblistand in Jerusalem angebunden, musste als Falschparkiererin mit Wasser und Brot vorliebnehmen und bekam einen Eintrag in das Strafregister. Dies wiederum hat ihr bei der Wohnungssuche einen Strich durch die Rechnung gemacht und sie musste ihren Sohn in der Krippe eines Stalles auf die Welt bringen. Ob es nicht einfacher gewesen wäre, dem Nachwuchs die «unbefleckte Empfängnis» näher zu erklären? Vielleicht schon. Doch dies hätte dem Publikum wohl einige Lacher verwehrt.

Lachfältchen am Apparat

Den versprochenen «weihnächtichen Touch» brachte Stefanie Grob mit einigen Geschichten in die Kommende. Die Freude, welche die Adventszeit wecken sollte, löste sie mit ihren Werken auch sonst aus. Dafür sorgte beispielsweise das tierische Zwiegespräch zweier Nachbarn. «Huh-huhuhu-huuuh» schalmeien sie unabhängig voneinander Abend für Abend in die dunkle Nacht hinaus, bis ihnen ihre Frauen mitteilen, das gar kein Kauz im Quartier lebt, sondern sie für den andern den vermeintlichen Vogel mimen. Witzig wirds auch, wenn Grob zu harten Fakten wechselt, ohne deren Wissen sich die Welt unbehelligt weiterdrehen kann. Oder waren Sie im Bilde, dass ein Mensch in seinem irdischen Leben während des Schlafs rund 70 Insekten verspeist? Mit diesem «Background» nimmt das morgendliche Rassieren eine ganz andere Dimension an, lässt einem das Surren des Apparats zweifach ins Grübeln kommen. Und dies auf einem Gesicht, welches nach dem Abend mit Stefanie Grob und Albin Brun einige Lachfältchen mehr hat.
Text: Stefan Bossart

 

Fahrt aufs Land

Der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende Reiden 
 (KKK) geht diesen Herbst eine ganz besondere Liaison ein: Zusammen mit Träff Schötz und dem Altbürer bau 4 wird das Publikum anlässlich des Kantonalen Tages der Kulturlandschaft, am 27. Oktober, ab 19 Uhr, wortwörtlich in Fahrt gebracht.


Per Bus werden sämtliche drei Veranstaltungsorte angefahren, können die Teilnehmer jeweils ein 30-minütiges Programm geniessen. In der Kommende Reiden 
 lässt die Husistein-Musik Luzerner Hinterländer Tanzmusik aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wieder auferstehen. Beim Träff Schötz in der Ronmühle lesen vier Kolumnisten des Regionaljournals Zentralschweiz (Christoph Fellmann, Thomas Heeb, Martina Clavadetscher, Stefan Calivers) aus ihren Texten und im bau 4 finden Song und Jazz zusammen: Das Trio Speak low interpretiert moderne Traditionals. Wer Songs in kargem Gewand liebt, kommt hier voll auf die Rechnung. Bei jedem Veranstalter startet und endet eine Fahrt. Eine Reservation für die 35-fränkige Bustour ab Reiden ist via Webseite kkk-reiden.ch möglich und lohnt sich. Die Platzzahl ist beschränkt.

Das Programm für all jene, die den Startort Reiden als Ausgangspunkt wählen, sieht der Ablauf des Abends folgendermassen aus: 

ab 19 Uhr:   Eintreffen der Fahrgäste in der Kommende, Möglichkeit für einen kleinen Apéro auf der Kommende
19.30 Uhr:   Start des Abends, mit dem Bus geht es nach Schötz in die Ronmühle.
20.00 Uhr:   Start der Lesung in Schötz
20.30 Uhr:  Weiterfahrt mit dem Bus in den Bau4 nach Altbüron
21.00 Uhr:  Start des Konzertes im Bau4
21.30 Uhr:  Weiterfahrt mit dem Bus zurück nach Reiden
22.00 Uhr:  Beginn des Konzerts in Reiden, anschliessend ist die Taverne geöffnet. 
Liebeserklärung unter dem Lindenbaum
 

Die Band spielt und die Bänke werden leerer und leerer. Ein Albtraum? Im Gegenteil, wie sich am Sommerfest des Vereins Kultur und Kontakte in der Kommende zeigte. 

«Wänn ned jetzt, wänn dänn...» Die vom «gemmer5»-Sänger Stefan Häfliger entlehnten Worte der Schweizer Mundartsängerin Sina schienen für ein paar Besucherinnen des Sommerfestes Aufforderung genug zu sein. Tanzen war angesagt. Und im Verlaufe des Abends leerten sich die Festbänke unter dem lauschigen Lindenbaum im Innenhof der Johanniterkommende immer mehr und mehr. Es war eine Freude, dem Treiben vor der Bühne zuzusehen: Vom zweieinhalbjährigen Kniprs bis hin zur über 70-jährigen Rentnerin bewegten sich mehr als die Hälfte der Gäste im Takt der Band, deren Spielfreude von (Tanz)schritt zu (Tanz)schritt grös-ser wurde. «Welchen Song wollt ihr nochmals hören?», fragte Häfliger am Schluss des Abends. «Alle», bekam er zur Antwort. Ein Liebeserklärung, ein wahres «Give me Five» für «gemmer5». 

Kultur und (Kon)takte
«Es war ein fantastischer Abend», zog KKK-Präsidentin Silvia Steiner ihr Resümee und sprach damit wohl allen Anwesenden aus dem Herzen. Kein Wunder. Drummer Thomas Küng verlor nie den Takt, Hubi Ming und Mäsi Willi liessen die Saiten wummern, Beny Küng griff in die Tasten und Sänger Stefan Häfliger fand jederzeit den richtigen Ton.  Das bestens eingespielte Quintett bildete ein schnurrendes Räderwerk, das bekannte Töne von sich gab. Melodisch kupfern «gemmer5» ab. Doch die bekannten Hits wie etwa «Happy» von Hitparadenstürmer Pharell Williams werden mit eigenen Mundarttexten untermalt. Eine spannende Mischung, welche «gemmer5» von reinen Coverbands unterscheidet und das Reider Publikum begeisterte. Apropos Publikum: Es hätten mehr als 60 Personen im Innenhof der Kommende Platz gefunden. Doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Dank emsigen Helferinnen und Helfern und einer tollen Band wurde Kultur genossen und Kontakte gepflegt – genau so, wie es sich dies der Reider Verein in seinem Namen auf die Fahne geschrieben hat. 

Mit Kultur in Fahrt kommen
Bereits in Planung ist der nächste Anlass des Reider Kulturvereins. Zusammen mit Träff Schötz und dem Altbürer bau 4 wird das Publikum anlässlich des Kantonalen Tages der Kulturlandschaft, am 27. Oktober, ab 19 Uhr, wortwörtlich in Fahrt gebracht. Per Bus werden sämtliche drei Veranstaltungsorte angefahren, können die Teilnehmer jeweils ein 30-minütiges Programm geniessen. In der Kommende Reiden lässt die Husistein-Musik Luzerner Hinterländer Tanzmusik aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert wieder auferstehen. Beim Träff Schötz in der Ronmühle lesen vier Kolumnisten des Regionaljournals Zentralschweiz (Christoph Fellmann, Thomas Heeb, Martina Clavadetscher, Stefan Calivers) aus ihren Texten und im bau 4 finden Song und Jazz zusammen: Das Trio Speak low interpretiert moderne Traditionals. Wer Songs in kargem Gewand liebt, kommt hier voll auf die Rechnung. Bei jedem Veranstalter startet und endet eine Fahrt. Eine Reservation für die 35-fränkige Bustour ab Reiden ist von heute Dienstag an via Webseite kkk-reiden.ch möglich und lohnt sich. Die Platzzahl ist beschränkt. Text: Willisauer Bote

 

 

 

Das Vertraute geriet ins Wanken


Autor Walter Däpp und Bluesmusiker Ronny Kummer traten am Sonntagmorgen in der Kommende auf. Sie begeisterten. Mit Fremdem und Vertrautem, mit Humor, der den Tiefgang nicht vermissen liess.

Von Stefan Bossart/ Willisauer Bote

«Frömds u Vertrouts». Unter diesem Motto tourt ein äusserlich ungleiches Paar durch die Schweizer Kleinkunstkeller. Auf der einen Seite Walter Däpp, «e gmögige Bärner», der mit ruhiger Stimme seine Geschichten liest, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleiben kann. Auf der anderen Seite Ronny Kummer. Ein Bluesmusiker mit Hang zum Rock 'n' Roll. Sein Spiel so wirblig wie sein Haar. Er hat den Rhythmus in den Schuhen und liess jene der 30 Zuhörer auf der Kommende im Takt mitwippen – ob er nun zur «Schnöregiigge» oder zur Gitarre griff, ob er diese zupfte oder zum «Sliden» brachte und seine markige Stimme ertönen liess. Kurzum: Hier haben sich zwei gefunden, die ihr Metier verstehen, Geschichten auf ihre Weise erzählen und sich gegenseitig ergänzen.

Die Swissair ist nicht gegroundet

Schneeweisse Berge im Hintergrund. Alp­hornklänge und weidende Kühe, deren Euter so gross wie schottische Dudelsäcke sind. Vertraut war das Bild, welches Walter Däpp in seinem Traum zeichnete und aus diesem von Ronny Kummer geweckt wurde. Zum Glück. Denn in der Folge kam der Berner Schriftsteller so richtig in Fahrt, indem er seine Zuhörer mit auf eine Reise durch die Schweiz nahm. Aareschlucht? Chasseral? Oder gar Matterhorn? Weit gefehlt. Die Schweizer sollen ihre Schweiz kennenlernen, wo sich das Leben wirklich abspielt. Däpps Protagonist plant eine Velotour an jene Orte, die tagtäglich in aller (Radio-)Leute Munde sind. Gubrist, Baregg oder Verzweigung Wiese. Die Stau-Velotour kann dank Brüttiseller Kreuz gar zum Kreuzweg ausgebaut werden. Vertrautes wird in Däpps Geschichten an diesem Sonntagmorgen immer wieder in fremde Zusammenhänge gebracht. Ein Beispiel gefällig? General Guisan, Heidi, Einstein oder die Kartoffelsorte Urgenta kennen wohl alle. Doch, dass der Berner Astronom Paul Wild von ihm entdeckte As­teroiden mit diesem Namen versah, war den meisten fremd. «Sogar die Swissair zieht unaufhörlich ihre Bahnen. Statt um die Erde kreist sie heute einfach um die Sonne», so Däpp.

Die versteckten Botschaften
Lachen war an diesem Sonntag angesagt. Etwa, wenn Däpp die Schweizer Berge als neue Werbeprojektionsflächen anpries, die Jungfrau einem Anti-Baby-Pillen-Hersteller schmackhaft machte oder das Breithorn als Werbekampagne für ein Schlankheitsmittel empfahl. Tiefgang fand zwischen den Zeilen, wer ihn finden wollte. Nicht immer richtete sich Däpp so direkt an die Zuhörer, wie in jener Geschichte von Rosmarie und Pamela. Die beiden können beim Zmorge zwischen gefühlten 30 Honigsorten auswählen. Kein Wunder, in einem Land wie der Schweiz, in dem wortwörtlich Milch und Honig fliessen oder Kinder vorbeifahrende Militärfahrzeuge als lustig und interessant empfinden. «Privilegiert ist, wer in seinem Leben Richtung und Ziel selbst bestimmen kann», sagte Däpp und spielte auf die Flüchtlingsthematik an. Diese nahm er mehr als einmal auf. Blumig begann seine Geschichte über das Edelweiss. Die Blume aller Blumen, die vor Swissness zu strotzen scheint, ihre Wurzeln auch in garstiger Umgebung fest im Boden verankert. Doch das Vertraute ist etwas Fremdes: Eingeschleppt aus Asien wurde das Edelweiss zur Urschweizerin, die noch nicht einmal offiziell eingebürgert ist. 

Zu viele verpassten 
ein wundervolles «Date» 

Däpp sinnierte über das wichtigste Wort der Welt. Etwas, das er mit dem kürzlich verstorbenen Literaten Kurt Marti auch getan hatte. Die beiden einigten sich auf das schlichte «und». Ohne «und» gäbe es weder Adam und Eva noch Romeo und Julia – schlicht kein einziges Pärchen. Apropos Pärchen. Däpp thematisierte ein erstes Date, an dem sich das Zürigschnätzelte nicht mit der Pfahlbauerkost, das Glas Bier nicht mit dem Tomatensaft verträgt. Oder er erzähltevon jenem verheirateten Pärchen, das im Zug auf dem Weg nach Grindelwald ist. Sie findet es wunderschön – er schnaubt über jenes und alles. Zwei, die sich vielleicht besser nie kennengelernt hätten. Das Gegenteil gilt für Walter Däpp und Ronny Kummer. Wunderschön, wie der Musiker die Schlussgeschichte seines Lesepartners aufnahm, trampelnd und via Mundharmonika Fahrt durch die Kommende aufnahm und Zug um Zug die gehörten Worte untermalte. Schade, dass dies nur 30 Gäste mitbekamen.

 

Clown Jeanloup liess neuen Bauchef antraben

Der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende (KKK) sorgt für Bewegung im Kleinkunstbereich. An der GV übernahm diese Aufgabe Clown Jeanloup
.

Sie konnten sich nicht lange auf ihrem Stuhl zurücklehnen. Die 46 GV-Teilnehmer mussten sich nach wenigen Minuten erheben, um sich fürs Gruppenfoto von Jeanloup in Pose zu werfen. Und nach dem geschäftlichen Teil brachte er einige der Zuhörer erneut in die Gänge. Einen Western samt finalem Duell wollte «Regisseur» Jeanloup drehen. Dabei brachte er unter anderem das neue Vorstandsmitglied Peter Burch ins Traben. Mit umgehängtem Pferd zottelte der künftige «Bauchef» durch die Kornschütte. Die Künstler ins rechte Licht setzen: Diese Aufgabe übernimmt Burch von Claude Mösch, der nach sechs Jahren den Rücktritt aus dem siebenköpfigen Vorstand gab und mit viel Applaus für die geleistete Arbeit verabschiedet wurde. Eine weitere Änderung gab es zudem in der Rechnungskommission. Die Wikonerin Claudia Leupi übernimmt die Aufgabe von Hanspeter Lötscher und wird künftig zusammen mit Monika Lerch (bisher) einen Blick auf die Zahlen werfen. Ansonsten bleibt die «Crew» bestehen. Die Versammlung bestätigte  Silvia Steiner (Präsidentin), Desirée Hofmann (Aktuarin), Margrit Bucher (Kasse), Brigit Spiegelberg, Sabine Sommer, Carmen Brülhart und Stefan Bossart in ihren Ämtern.

Kostbare Kultur
Präsidentin Silvia Steiner blickte in ihrem Jahresbericht auf ein kunterbuntes Vereinsjahr zurück. Vom Kabarett-Abend mit Simon Chen über das Live-Hörspiel mit Philipp Maloney bis zum fulminanten Auftritt von Sängerin Vera Kaa: Applaus gab es auf dem Reider Hausberg zuhauf zu hören. Das begeisterte Publikum ist das eine. Die Finanzen das andere. Kultur ist nicht nur kostbar, sie kostet auch. Sämtliche fünf Anlässe schlossen im 2016 defizitär ab – Kassiererin Margrit Bucher musste eine Vermögensabnahme von rund 1000 Franken beklagen. «Die momentan 328 Vereinsmitglieder machen mit ihrem Jahresbeitrag den Kulturbetrieb auf der Kommende erst möglich», sagte Margrit Bucher, die sich im Namen des Vorstandes für die Unterstützung bedankte. Auf diese darf KKK auch im neuen Vereinsjahr zählen. Die Versammlung stimmte den gleichbleibenden Jahresbeiträgen von 30 Franken für Einzelpersonen respektive 50 Franken für Paare und Juristische Personen zu.

Nomen est omen
Nach rund 45 Minuten konnte Präsidentin Silvia Steiner den geschäftlichen Teil der GV schliessen. Sie dankte allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, welche wie der Vorstand ehrenamtlich für Betrieb auf der Kommende sorgen. Ebenfalls lobend erwähnte sie die katholische Kirchgemeinde für die Benützung der Kommende. Doch der Abend war damit natürlich noch lange nicht gelaufen. Dem einen K im Namen des Vereins wurde ausgiebig gefrönt, den Kontakten. Und Clown Jeanloup bewies dabei jenes, was er den Gästen während seines Auftritts vergönnte: Sitzleder. bo.

«Shitstorm» löst tosenden Applaus aus

Was Anet Cortis Programm-Name suggestierte, erlebten die Kabarettgäste in der Kommende: «Optimal» war ihr Auftritt und damit auch der Saisonstart des KKK Reiden.


Rund zwei Stunden kämpft sich Anet Corti alias «Betty Böhni» durch die digitale Welt, um ihr am Schluss eine Absage zu erteilen. Ja. iPhone, iMac und Co. sollen ihr gestohlen bleiben. Auf die Alp will sie sich zurückziehen, sich ganz ohne alle technischen Errungenschaften eine Auszeit gönnen. «Ich verabschiede mich mal», lässt sie über Twitter und via Leinwand auch im Saal verlauten. Ein einfacher Satz, der eine enorme Wirkung haben sollte. Zuerst meldet sich Wahrsager Mike Shiva zu Wort, der hinter ihrem «Post» eine lebensmüde Kabarettistin vermutet. «Für jedes Problem gibt es eine Lösung. Ruf mich an.» «Nimm dich in Acht vor diesem Betrüger», mischt sich der Kassensturz ein. «Ich weiss. Shiva ist ein Schlitz­ohr», twittert «Betty Böhni» retour. Das Resultat: Es meldet sich die Indische Regierung, die hinter ihren Worten eine Beleidigung des Gottes «Shiva» sieht. «Betty Böhni» will sich mit der Notlüge aus dem Schlamassel retten: «Die Katze ist auf die Tastatur gefallen. Ich habe gar keine Nachricht geschrieben», schreibt sie. «Kabarettistin quält Tiere», lässt der Schweizer Tierschutz verlauten. Ein regelrechter «Shitstorm» bricht los, in dessen weiterem Verlauf sich der Reider Gemeindepräsident von Cortis Auftritt auf der Kommende distanziert und selbst Obama in die Tasten greift. «Warum werde ich auf diese Weise abgeschossen», twittert die Kabarettistin und findet im Problembären M13 einen Leidensgenossen, während sich das Publikum vor Lachen krümmt.

Frauenpower pur
Rund 70 Gäste nahmen am Freitagabend in der Reider Kornschütte Platz und erlebten ein «Einfrau-Spektakel» der Sonderklasse. Corti schlüpft in ihrem Stück in diverse Rollen. Als superschnelle Postbotin «Dodo» alias «Big Data» kurvt sie auf die Bühne, preist als Designerin «Jenny Jive» den Traummann an: iMan 08/15 S. Ihn gibt es in zwei verschiedenen Grössen, er kann  alles – und damit viel mehr als Microsoftie, das Konkurrenzprodukt. Ihre Aufforderung an die anwesenden Frauen: «Optimieren Sie Ihren Partner und geben Sie das alte Modell neben sich oben an der Kasse ab.»

«Dotcom» will Förster statt Forscher werden
Statt an ihrem neuen Bühnenprogramm zu arbeiten, surft «Betty Böhni» durch die digitale Welt. Willkommene Abwechslung bietet ihr dabei Freundin Flurina – obwohl diese mit sich selbst genug zu tun hätte, ruft sie dauernd via Skype an. Flurina ist die geborene Selbstoptimiererin. Kratzbürstig strebt sie nach dem, was Anet Corti in ihrem Programm zu erreichen versucht: das Optimum. Dabei verschont sie auch ihren eigenen Sohn nicht. Gian Curdin, der für eine erfolgreiche Karriere mit «Dotcom» einen einfacheren Namen erhält. Den Erwartungen im Kindergarten wird er trotzdem nicht gerecht, verpasst den Aufstieg von der Gruppe «Einstein» in die Gruppe «Cern». Und dies alles nur wegen den «vermaledeiten Birkenstockträgerinnen», die morgens recht und nachmittags frei hätten. Und als ihr Sohn statt Forscher Förster werden will, wird Flurina zur Furie, gibt ihrem Unmut auf herrlichste Art und Weise und in breitem Bündnerdialekt von sich.

Takashi.01 macht Multitalent den Platz streitig
Corti überzeugt nicht nur mit ihrem Schauspieltalent. Sie singt, turnt, steppt und spricht mit fiktiven Gästen im Zuschauerraum. Sie füllt die Bühne mit ihren Viedoprojektionen und mit sich selbst aus. Nur einer probiert ihr die Show zu stehlen: Takashi.01. Jener Roboter, den sie vordergründig für ihr Gottenkind Dotcom bestellt hat, den sie in Wirklichkeit aber selber ausprobieren wollte. Anet Cortis Techniker bringt ihn während des Stücks via Fernbedienung in Fahrt, zum Rauchen und Spritzen. Doch «Betty Böhni» eine Nackenmassage verpassen – dies kann Takashi.01 dann doch nicht. Ob das der einzige Grund für Cortis Absage an die moderne Technik war? Wers wissen will, besucht eine ihrer nächsten Vorstellungen. Es lohnt sich allemal.


Hinweis: KKK-Generalversammlung,
Mittwoch, 15. Februar, 19.30 Uhr, Kommende Reiden.
Vorverkauf ist eröffnet

Ihre Ausbildung machte Anet Corti an der  Scuola Teatro Dimitri. Seit 2000 ist sie sowohl auf den Bühnen als auch im Fernsehen präsent. Mit ihrem dritten Programm «Optimum» tourt sie momentan durch die Schweiz. Nächster Halt: Am 10. Februar, 20 Uhr, in der Kommende Reiden. Das KKK-Publikum erwartet zum Saisonstart ein humorvoller Abend.


Optimiere dich selbst! Dieser Herausforderung stellt sich Anet Corti und nimmt in ihrem neuen Programm unsere Leistungsgesellschaft und deren Ego-TuningManie ins Visier. Mittelmass macht keinen Spass! Was wir wollen, ist im Minimum das Optimum.

Frühfördern, aufspritzen, therapieren, powernappen, akademisieren ... und zwar politisch korrekt, glutenfrei und möglichst viersprachig. Wie gehen wir um mit diesem Optimierungswahn, den Geräten, die smarter sind als wir selbst und der ewigen Updaterei? Wie meistern wir die Anforderung, stets sexy und erfolgreich zu wirken? Wie schaffen wir den Spagat zwischen digitaler Vorstellung und analoger Realität? Anet Corti und ihre Bühnenfiguren präsentieren einen temperamentvollen Abend rund um das rastlose Streben nach Perfektion. Gemeinsam stürzen sich die Helden in die Abgründe der überförderten Gesellschaft. Ein Abend voller Wortwitz, Slapstick und brain scanning. Garantiert offline, dafür 100 Prozent 3D.

Anet Corti, Freitag, 10. Februar
Nummerierte Sitzplätze
Vorverkauf: kkk-reiden.ch/ 062 758 36 00; Tickets 40.–
Taverne ab 19.30 Uhr geöffnet; Beginn 20 Uhr.


KKK sorgt für kunterbuntes Kulturjahr

Auf ein Neues: Der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende präsentiert sein 19. Jahresprogramm. Zu Gast sind bekannte Radio- stimmen oder ein besonderes Orchester. Den Anfang macht jedoch eine Satirikerin mit Comedy-Qualitäten.
 
 
K wie Kommende. K wie Kultur. Und K wie Kontakte. Der Name des Vereins ist Programm Die Johanniterkommende auch als kulturelles Zentrum wieder auferstehen zu lassen, hat sich KKK Reiden zur Aufgabe gemacht. Der am 18. Oktober 1998 aus der Taufe gehobene Verein will dem altehrwürdigen Gebäude neues Leben einhauchen, es zur vielseitigen Stätte kultureller und gesellschaftlicher Begegnungen machen.Und dies bereits seit 18 Jahren. Nun geht es in die 19. Spielsaison.
 
Im Minimum das Optimum
Keine Geringere als Anet Corti macht den Auftakt. Am Freitag, 10. Februar, 20 Uhr, gastiert sie mit ihrem neusten Programm «Optimum» auf der KKK Bühne. Frühfördern, aufspritzen, therapieren, powernappen, akademisieren… und zwar politisch korrekt, glutenfrei und möglichst viersprachig. Anet Corti geht der Frage nach, wie wir mit diesem Optimierungswahn, den Geräten, die smarter sind als wir selbst, und der ewigen Updaterei umgehen. Die Antworten darauf kann man sich bereits jetzt reservieren. Tickets gibts unter der Vereinswebseite www.kkk-reiden.ch.
 
Das Gesicht zur bekannten Stimme kennenlernen
Wortwörtlich zuhören und geniessen ist angesagt, wenn Walter Däpp am Sonntag, 11. Juni, 10 Uhr, jene Morgengeschichten erzählt, die jeweils auf SRF 1 über den Äther in die gute Stube gelangen. Für die musikalische Umrahmung an diesem Anlass ist Bluesmusiker Ronny Kummer mit von der Partie. Im Anschluss an diese Lesung lädtKKK zum Brunch. Däpp ist übrigens nicht die einzige Radiostimme, welcher der Verein KKK durch einen Bühnenauftritt ein Gesicht gibt. Mit Stefanie Grob (Zytlupe) schliesst eine Radio­frau am 3. Dezember 2017 das KKK-Jahr ab. Am traditionellen Anlass «Worte und Musik im Advent» bestreitet sie, zusammen mit Musiker Albin Brun, einen hoffentlich unvergesslichen Abend.
 
Von Sitzleder und Tanzfüdlis
Erneut Platz gefunden im KKK Vereinsjahr hat das Sommerfest. Unter der lauschigen Linde im Innenhof der Johanniterkommende gastiert am Samstag, 19. August, ab 18 Uhr, «Gemmer5». Diese Band rockt, schmeichelt und schnurrt wie ein Räderwerk. Sorgfältig ausgesuchte Cover-Versionen werden in Mundart auf die Bühne gebracht. Während nach dem Konzert wohl viele die besondere Atmosphäre unter dem Sternenhimmel geniessen und Sitzleder zeigen, kommen am Freitag, 27. Oktober, «Tanzfüdlis» auf ihre Kosten. Die «Husistein-Musik» liess vor rund 150 Jahren die Region tanzen. Durch einen Zufall kamen ihre Noten wieder ans Tageslicht und ein Quintett nahm sich ihrer an. Seit 2015 verleihen die fünf Musiker ihnen neues Leben. Kurzum: Am Tag der Kulturlandschaft bringen Evi Güdel-Tanner, Rita Rohrer, Andri Mischol, Armin Müller und Lukas Erni die Gäste in Fahrt. Mehr wird (noch) nicht verraten.
 
Hingehen, ansehen
Dem 315-köpfigen Verein steht seit zwei Jahren die Reiderin Silvia Steiner vor. Zusammen mit dem siebenköpfigen Vorstand ist sie für die Programmierung des KKK Jahres zuständig. Die Truppe darf auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer zählen. Alle ziehen am gleichen Strick, alle wollen nur das eine: Kunst fördern, Kultur erlebbar machen und somit Kontakte ermöglichen. Nein. Nach Luzern zu fahren braucht man für diese drei Dinge definitiv nicht. Davon kann sich jeder und jede auf ein Neues selbst überzeugen.
Geschichten um fünf Kerzen, elf Esel und 2222 Haare

Auch im 18. Jahr erfüllte «Worte und Musik im Advent» die Erwartungen zahlreicher Gäste, die sich bei «Kultur und Kontakte in der Kommende» innerlich auf Weihnachten einstimmen wollten. Roli und Regina Trümpi halfen ihnen dabei.

«Frieden», «Vertrauen» und «Liebe» heis­sen die drei Kerzen, die Regina Trümpi in der Kornschütte symbolisch anzündete – stellvertretend für zwischenmenschliches Verhalten, das leider oft verloren gehe. «Da hilft die vierte Kerze, die ‹Hoffnung›, mit der Entschwundenes wieder zusammengefügt werden kann», riet sie den Zuhörern, die sie mit ihrer Gitarre bereits in adventliche Stimmung versetzt hatte. Wäre da nicht die fünfte Kerze gewesen, die auch physisch da und Ursache war für die Intervention des Ordnungshüters, der mit ihrem Auslöschen den Aufmarsch der Feuerwehr verhinderte. Die weihnächtliche Atmosphäre war rasch wieder hergestellt und das Publikum zurückversetzt ins Königreich «hinter den elf Seen, den 22 Bergen und 33 Wasserfällen», wo ein Rätselkönig residierte und erstmals vor einer schier unauflösbaren Aufgabe stand: «Wodurch unterscheiden sich diese drei äusserlich identischen Puppen?» Erst der Erzähler brachte die Lösung, jener aus dem Märchen, der auch etwas über den anwesenden Roli Trümpi verriet: «Nicht äusserlich verschieden sind die Puppen, die alle 2222 Haare haben, sondern in ihrem Wesen.» Beeindruckt lauschten die vielen Frauen und wenigen Männer in der Kornschütte dem doppelten Erzähler. Er löste das Rätsel anhand eines Haares, das – ins Ohr einer Puppe gesteckt – ihrem Mund als gelockter Faden entsprang. «So verändert ein Geschichtenerzähler die Wirklichkeit», sagte der Mann auf der Bühne in echtem Zürideutsch.

Ein Ratschlag fürs Leben
Die Spannung hatte sich aufgelöst. Das Publikum erholte sich bei englischen Melodien, die es leise mitsummte, und wurde schon bald wieder entführt. Diesmal in den Orient, wo ein Beduine seine auf dem Basar gekauften zehn Esel heimführte, aber immer nur neun Tiere zählte, wenn er – selber reitend – auf die Karawane zurückschaute. Erst ein entgegenkommender Hirte brachte die Lösung, welche die Zuhörerinnen schon lange erahnt hatten. «Ich sehe elf Esel», sagte er trocken. Überraschend war der Ausgang jener Begebenheit, als ein Mann – um seine Ruhe zu haben – eine Weltkarte zerschnipselte, damit sie sein Sohn während der nächsten Stunden wieder zusammensetzte. Dass dieser es in Windeseile tat war darauf zurückzuführen, weil auf der Rückseite des Puzzles ein Mensch abgebildet war. «Siehst du», benutzte der Vater das Spiel als Ratschlag fürs Leben: «Wenn der Mensch in Ordnung ist, ist es auch die Welt.»

Auch in der Kommende war an diesem Abend das Leben in Ordnung. Fern waren Alltagssorgen und Befürchtungen, die kommenden Festtage würden zu viel Kräfte beanspruchen und notwendige, aber belastende Begegnungen bringen. Mit Texten und Liedern hatten Roli und Regina Trümpi Gefühle geweckt und Erinnerungen heraufbeschworen, hatten den «Winter-Blues» vertrieben, die Botschaft der alten Frau aus dem Feenreich nach dem Weg zu «ewigem Glück» verkündet, «den Himmel auf Erden» besungen, «Erfüllung der Träume» gewünscht und sich schliesslich – summend begleitet von vielen Stimmen im Saal – mit Reinhard Mey verabschiedet: «Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh'n. Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette und ein letztes Glas im Steh'n…» Das gab es dann – allerdings im Sitzen – für alle jene, die noch bleiben wollten, im Johannitersaal.
Text: Adelheid Aregger/ Willisauer Bote

Nur Fridolin konnte Vera stoppen

Neue Band, neues Programm: Vera Kaa feierte am Samstag auf der Kommende mit ihrem Programm «Längi-Zit» Premiere. Strahlend und unter grossem Applaus verliess sie letztlich die Bühne – obwohl Hausgeist Fridolin ihr Sorgenfalten bereitet hatte.


von Stefan Bossart/ Willisauer Bote

Es ist nicht leicht, alten Volksliedern einen neuen Anstrich zu geben. Viele Musiker sind daran gescheitert. Nicht so Vera Kaa. Es ist ein Genuss, wenn sie beim Röseligarte-Lied «Anneli, wo bisch geschter gsi…» zum Blues ansetzt und Cellist Andreas Plattner an den Saiten zupft und ins Ganze jazzige Elemente reinwebt. Oder wenn Pete Borel, ein Meister seines Fachs, dem Guggisberg­lied an der Slidegitarre einen Touch Americana verleiht. Gar himmlisch der Schluss des Programms: Das Lied «Gang rüef de Bruune» kommt im Gospel daher, um im galoppierenden Country zu enden. Viel Blues, eine Prise Folk, gar einen Hauch Drumm 'n' Base, gemischt mit karibischen Klängen oder Jodeleinlagen: Vera Kaa bedient sich in ihrem neuen Programm stilsicher jeglicher stilistischer Elemente – und dies mit fünf hochkarätigen Musikern und einer starken Background-Sängerin im Rücken.

Eine lange Zeit und die «Längi-Zit»

Altes neu vertont, gepaart mit neuen Liedern aus der eigenen Feder. Bei Letzteren nimmt Vera Kaa die Gäste in der beinahe ausverkauften Kommende mit auf eine Reise durch ihr Leben. 56 Jahre Lebenserfahrung, mit Höhen und Tiefen, Liebe und Schmerz. Vera Kaa singt vom Klettern auf dem Chriesibaum, vom ersten Schulschatz, vom verpassten Abschiednehmen. Sie blickt zurück auf eine lange Zeit und gibt der «Längi-Zit» Raum. Melancholie und Wehmut kommen bei ihren bluesigen Balladen auf, die trotzdem Kraft geben. «Non, je ne regrette rien», singt Vera Kaa in Edith-Piaff-Manier im Verlaufe des Abends, spricht von starken Frauen wie etwa ihrer Grossmutter, welche ihr die Liebe zur Musik mit dem Kinderbrei eingelöffelt habe, von wichtigen Wegbegleiterinnen wie Tante Emma oder der Schulfreundin Gretli. Und eine Liebeserklärung geht auch an die eigene Mutter, welche sich die Premiere ihrer Tochter ganz zur Freude Vera Kaas nicht entgehen lassen lässt.

Der geisterhafte Fridolin

Stürmischer Applaus. Nach der ersten Zugabe. Rote Hände im Publikum nach der zweiten. Vera Kaa, Greg Galli, Pete Borel, Felix Zindel, Andreas Plattner und Susan Orus' Darbietung erhält von den über 100 Gästen das vollends verdiente Echo. Der tollen Darbietung etwas den Zug nahm an diesem Abend nur der erstmals beim Verein Kultur und Kontakte in der Kommende aufgetretene Hausgeist Fridolin. Ihm schoben Vera Kaa und Pianist Greg Galli jenen Hall im Raum zu, der sie störte. Dies taten sie ein paar Mal zu viel. Denn im Saal selbst war kaum zu spüren, mit was die Profis auf der Bühne kämpften.


Blues auf der Bühne, aber nicht im Saal

Sommerfest im Hof der Kommende? Fehlanzeige. Schwarze Regenwolken liessen die Gäste in der Kornschütte Platz nehmen. Doch den «Blues» hatten sie deswegen nicht. Dafür sorgte die Band «Blues in the Shoes».


Es tröpfelte vom Himmel und sie tröpfelten ein: die Gäste des Vereins Kultur und Kontakte in der Kommende. Während am Samstagabend der grosse Regen ausblieb, war die Kornschütte spätestens nach dem ersten Set von «Blues in the Shoes» gefüllt. Die Band rund um Frontsänger René Bieri sorgte an diesem Abend für das grosse Gewitter. Saxofonist «Jöggu» Müller und Keyboarder Kurt Meister griffen in die Tasten, Bassist «Tüti» Grüter und die beiden Gitarristen Stevie Boog und Marcel Nellen zupften gehörig an den Saiten, während Drummer Resu Meier für den richtigen Groove sorgte. Wenn gar noch Pascal Vonesch ins Spiel eingriff, seine «Schnöregiigge» vor dem Mikrofon nach links und rechts tanzen liess, chroste es definitv im Gebälk der ehrwürdigen Johanniterkommende. Stücke aus dem Fundus von Jeff Healy, Dandy Warhols, Eric Clapton, Robert Cray oder Status Quo: Der Blues kam von der Bühne, während im Saal beste Laune herrschte. Zu dieser trugen auch die jüngsten Zuhörer bei. Sie erhielten von Band und Organisatoren ein Freispiel –  an den Knöpfen der Lichtanlage. So standen die Musiker mal im hellen Sonnenschein, mal im künstlichen Abendrot. Kurzum: Was draussen am Himmel fehlte, war drinnen vorhanden. Heitere Stimmung inklusive.     bo.

Video: Vom Auftritt sind zwei Videosequezen auf der Webseite des "Willisauer Bote" aufgeschaltet.
Maloney sorgt für sehenswertes Hörspiel

In seiner Radiorolle nippt Maloney am Whiskeyglas. Auf der Reider Bühne schmierte er seine rauchige Stimme mit Wasser. Hochprozentig war der Auftritt von ihm und seinem Bühnenkollegen trotzdem.

«Eine üble Sache…» Dies sei es, morgens um halb elf auftreten zu müssen, sagte Michael Schacht hinter der Bühne. Am Abend zuvor war er mit Jodoc Seidel in Geralfingen zu Gast, kam erst spät nachts in die Federn. Doch auf der Bühne war beim 75-Jährigen kein Anflug von Müdigkeit zu erkennen. Im beigen Mantel stand er da, die Brille auf der Nase nach vorne gerückt, das Manuskript in den Händen. Und legte los. Wobei – das erste Wort gehörte seinem Bühnenpartner Jodoc Seidel. «Üble Sache Maloney…» raunzte er als Polizist ins Mikrofon, wor­auf 240 Hände in der beinahe ausverkauften Kornschütte nach wenigen Sekunden ein erstes Mal in Aktion traten. Jenes Eis war gebrochen, das Maloney am liebsten im Whiskeyglas hat, wenn er seiner Lieblingssportart frönt – dem nächtlichen Orientierungslauf durch die Bars. Ins Schwitzen brachte ihn am Sonntagmorgen jedoch der Grünwil-Marathon respektive eine fettverbrennende Textilfaser. Maloneys Klient bangte um sein Patent, da ein Muster spurlos verschwunden war. Und Maloney? Er machte, was er in solchen Fällen immer tut: Ermitteln. Natürlich stand ihm sein Gegenpart Seidel dabei mehr im Wege als dass er ihm half. Einsicht? Fehlanzeige. «Ich habe ein Buch gelesen», untermauerte der kauzige Beamte seine Thesen. Auf der Bühne erhielten diese Worte mit ausgestrecktem Zeigefinger und weit aufgesperrten Augen eine ganz andere Bedeutung als beim sonntäglichen «Rendez-vous» vor dem Radiogerät. Wenn dann Maloney mit einem Blick kontert, der die Butter sauer werden lässt, ist den beiden eines gewiss: Der Applaus von den älteren Semestern, unter das sich das Kichern der jüngsten Besucher mischt.

Die nasse Hose ist unschuldig

Für Maloney war die Zeit nach dem Grünwald-Marathon noch nicht abgelaufen. Zur Freude des Publikums musste er sich mit Rockmusikern herumschlagen. Schliesslich galt es sich um Axels Hose zu kümmern. Der Sänger der «Nassen Hosen» fürchtete um sein Leben. Zur Leiche wurde letztlich der gichtgeplagte Ex-Schlagzeuger. Nein. Für dessen Tod war nicht etwa der fanatische Fan verantwortlich, der aus Liebe zur Band im Winter regelmässig auf der Parkbank festfror. Und ja, Maloney und der Polizist gaben sich ganz schön Saures. Wer die Lösung des Falls erfahren will, muss das Duo Schacht/Seidel jedoch selber hören – oder es noch besser sehen.

Es funktioniert

Ein Hörspiel auf der Theaterbühne? 90 Minuten standen Schacht und Seidel im Scheinwerferlicht. Es funktionierte in Reiden, wie es nunmehr seit über zehn Jahren auf diversen Kleinkunstbühnen funktioniert. Ohne Requisiten. Ohne Tenü-Wechsel. Der eine zieht es in Colombo-Manier im zerbeulten Trenchcoat durch, der andere mit an Hosenträgern hoch gezurrtem Beinkleid. So schlüpfen sie in verschiedene Rollen. Klienten, Zeugen, Verdächtige und Bedächtige nehmen alleine durch Stimme und Mimik Gestalt an. «So geht das», um es in Maloneys Worten auszudrücken. 

(Text: Willisauer Bote)

Simon Chen zu Gast


Fürs Wahljahr 2016 hat sich KKK Reiden den passenden Auftakt gewählt. Am 19. März, 20 Uhr, ist Simon Chen zu Gast in der Reider Kommende. Seine «Schreckmümpfeli»-Geschichten sorgen bei Radiohörern für Hühnerhaut, als Slam-Poet erobert er die Bühnen im ganzen Land. Mit seinem ersten Kabarett-Programm «Meine Rede» setzt er nun zum politischen Rundumschlag an.

 

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wer in der Politik im Gespräch bleiben will, hält Reden. Und wer etwas auf sich hält, achtet dabei auf seine Wortwahl. «Meine Rede»: In Simon Chens erstem Kabarett-Programm geht es aber nicht nur um die hohe respektive niedere Politik. Auch in anderen Bereichen des Lebens kann man mit einer ansprechenden Ansprache Gläubige, Gläubiger und andere abhängige Anhänger für sich gewinnen. Denn, liebi Fraue und Manne, das Leben ischt ein einziger huere Wahlchrampf, und darum durchaus der Rede wert! Mit «Meine Rede» geht Simon Chen zurück zu seinen Wurzeln, die er als Theaterschauspieler vor Jahren geschlagen hatte. Doch auch als Kabarettist lotet der Schriftbeller, Radioprediger und Moderator die Grenzen der Sprache aus und jongliert mit den Lettern, welche die Welt bedeuten. bo.

Kabarett-Abend mit Simon Chen, Samstag, 19. März, 20 Uhr, Kommende Reiden. Nummerierte Sitzplätze. Vorverkauf: kkk-reiden.ch, Tel. 062 758 36 00; Tickets 30 Franken. Taverne ab 19.30 Uhr geöffnet; Beginn 20 Uhr.

Zauberhaft ins Kulturjahr gestartet

Was gibt es Spannenderes als eine GV? Wer ob dieser Frage den Kopf schüttelt, ist leider nicht Mitglied von Kultur und Kontakte in der Kommende.

Ein kleines Fläschchen aus dem Jacken­ärmel zaubern ist das eine. Doch «Migu» hatte eine ganze Saftbar darin versteckt und holte letztlich gar ein Fünf-Li­­ter-Bierfässchen aus seinem schwarzen Sacko. Und wie kommt es, dass Würfel oder Wattebällchen plötzlich zu Mandarinen werden? Kurzum. Der Richen­thaler Mikkel Rasmussen liess am Mittwochabend die 58 Teilnehmer der KKK GV mit seiner Fingerfertigkeit staunen. KKK-Kassierin Margrit Bucher dürfte beispielsweise glänzende Augen bekommen haben, als «Migu» aus sieben kurzerhand elf Zehnernoten machte. Doch auch ohne Tricks konnte sie an diesem Abend erfreuliche Zahlen präsentieren. Obwohl sich vier der fünf Anlässe nicht mit barer Münze auszahlten, wartet KKK mit einem Jahresgewinn von 583 Franken auf – dank 346 Mitgliedern, die mit ihrem Jahresbeitrag von 30 Franken (Einzelpersonen) respektive 50 Franken (Paare) den Betrieb auf der Kommende erst ermöglichen. Hinzu kommt ein Beitrag von 1000 Franken von der Luzerner Kulturförderung, welche für den Verein Gold wert ist.

Wortakrobat, Meisterdetektiv und Bluesröhre(n)

Vom Meister des Wortes, Alex Capus, über die stimmgewaltige A-cappella-Gruppe Pagare Insieme bis hin zu sanften Harfenklängen im Advent: «Wir dürfen auf ein Jahr mit fünf gelungenen Anlässen zurückblicken», sagte KKK-Präsidentin Silvia Steiner. Nur das verregnete Sommerfest stellte publikumsmässig einen Wermutstropfen dar. Ansonsten erfreuten sich die Veranstaltungen eines regen Zuspruchs. Für kulturelle Farbtupfer ist auch im 2016 gesorgt. Kabarettist Simon Chen macht am Samstag, 19. März, 20 Uhr, den Anfang. Was die Gäste auf der Kommende sonst noch erwartet? SRF3-Detektiv Philip Maloney gibt sich live die Ehre, Blues in The Shoes und Vera Kaa sorgen musikalisch für Stimmung. Diese kommt sicher auch beim traditionellen Anlass «Worte und Musik im Advent auf», dem heuer Regina und Rolf Trümpi den Stempel aufdrücken.

Neues Vorstandsmitglied

«Wir werden sie vermissen, lassen sie nur ungern ziehen», sagte Präsidentin Silvia Steiner. Die Rede war von Vorstandsmitglied Monika Luternauer. Vier Jahre prägte sie mit ihren Ideen den Verein mit, stellte Kontakte mit Künstlern her und betreute diese vor Ort. Und als Aktuarin brachte sie bei den diversen Sitzungen aufs Blatt, was später wieder aufs Tapet kam. Eine Aufgabe, welche künftig Desirée Hofmann-Kumschick übernimmt. Mit grossem Applaus wurde sie in den Vorstand gewählt, den Silvia Steiner (Präsidentin), Carmen Brülhart, Sabine Sommer, Margrit Bucher, Brigit Spiegelberg, Claude Moesch und Stefan Bossart komplettieren.

Pizza statt «Migus» Mandarinen

Mit zauberhafter Kultur rückte «Migu» nach den speditiv behandelten Trak­tanden nochmals das Hauptgeschäft des Vereins ins Zentrum. Das letzte Ass aus dem Ärmel zückte letztlich aber das Wirtschaftsteam. Nach dieser magischen Show schenkte es dem Publikum reinen Wein ein. Dieses war sicherlich auch froh, dass beim Öffnen der Pizza­schachteln nicht Migus Mandarinen zum Vorschein kamen. bo.

Kulturelle Highlights auf dem Reider Hausberg
Eine «üble Sache» die viel Spass macht, die Schweizer Blues-Lady in Person oder ein Poet, der zum Kabarett lädt: Das Jahresprogramm von Kultur und Kontakte verspricht viele kulturelle Farbtupfer auf der Kommende.

Nein. Man braucht nicht in die Stadt Luzern zu reisen, um Kultur zu genies­sen. Kultur und Kontakte in der Kommende (KKK) Reiden sorgt seit nunmehr 17 Jahren dafür, dass Kleinkunst auf dem Land erlebbar ist. Nun ist auch bekannt, was 2016 geboten wird.

«Meine Rede»
ist seine Rede

Den Auftakt ins KKK-Jahr macht Slam-Poet Simon Chen. Er ist am Samstag, 19. März, 20 Uhr, auf dem Reider Hausberg mit seinem ersten Kabarett-Programm «Meine Rede» zu Gast (die Plätze sind via Webseite www.kkk-reiden.ch bereits buchbar). Für Chen ist nach der Wahl ist vor der Wahl. Wer in der Politik im Gepräch bleiben will, hält Reden. Und wer etwas auf sich hält, achtet dabei auf seine Wortwahl. In «Meine Rede» geht es Simon Chen aber nicht nur um die hohe bzw. niedere Politik. Auch in anderen Bereichen des Lebens kann man mit einer ansprechenden Ansprache Gläubige, Gläubiger und andere abhängige Anhänger für sich gewinnen. «Denn, liebi Fraue und Manne, das Leben ischt ein einziger huere Wahlchrampf, und darum durchaus der Rede wert!»

Radio-Ikone Maloney liest live
Sicherlich einen Besuch wert auf der Reider Kommende ist der Auftritt von SRF 3-Meisterdetektiv Philip Maloney. Normalerweise ist er jeden Sonntag von 11 bis 12 Uhr auf dem Äther zu hören. In Reiden tritt er im Rahmen einer Matinee am Sonntag, 12. Juni, live vors Publikum. Maloney ermittelt mit Schalk, Charme und unverkennbarer Raubeinigkeit. So mancher typische Ausspruch des kauzigen Privat-Detektivs, seiner Kontrahenten und Mitstreiter schicken sich an, zu geflügelten Worten zu werden. «Üble Sache, Maloney», pflegt der Polizist bei einer Kalamität jeweils zu raunzen. Auch auf der Kommende.

KKK hat den Blues…
Auch musikalisch wird einiges geboten. Am diesjährigen Sommerfest vom 20. August gibts Blues aus der Leuchtenstadt. Die Luzerner Band «Blues in the Shoes» mit dem Altishofer Resu Meier an den Drums geben den Ton an. Die achtköpfige Truppe covert, was das Zeug hält – aus dem Fundus von Jeff Healy, Dandy Warhols, Eric Clapton, Robert Cray oder Status Quo. Es moved und grooved: BB King und Gary Moore sind nicht weit, selbst Lenny Kravitz, Del Amitri und die Red Hot Chili Peppers werden nicht ausgelassen. Erdig und fetzig kommts von der Bühne – von Rhythm 'n' Blues bis funkiger Bluesrock.

…und eine der vielseitigsten Schweizer Sängerinnen zu Gast
Am Tag der Kulturlandschaft am 29. Oktober wartet KKK Reiden mit einem stimmgewaltigen Gast auf: Mit Vera Kaa tritt eine der vielseitigsten Schweizer Sängerinnen in der Kornschütte auf. Die Luzernerin begeistert seit vielen Jahren mit ihrer rauhen, unverwechselbaren Stimme und ihrer Band jedes Publikum. So abwechslungsreich wie ihre Musik sind auch die Texte, aus
denen die Lebenserfahrung einer gestandenen Frau spricht. Ob mit Blues oder berührenden Mundartsongs – mit ihrem Charme und ihren ausgeprägten Entertainerqualitäten singt sich Vera Kaa in die Seele der Menschen. Oder wie es Forty Morel einmal ausdrückte: «Manche kommen zur Musik wie die Jungfrau zum Kind. Nicht unbeirrbare Absicht, nicht stoischer Wille führen sie zum Ziel. Ihr Weg ist Umweg. Kinder des Glücks sind sie. Für die Bühne gemacht. Eine von ihnen ist Vera Kaa.»

Eine GV mit Zaubershow
Den Abschluss des Vereinsjahrs bildet am 4. Dezember der traditionelle Anlass «Worte und Musik im Advent».  Heuer zu Gast sind Regina und Roli Trümpi. Doch zurück – an den Schluss des Vereinsjahres 2015. Dieser findet am 17. Februar in der Kornschütte der Kommende mit der GV statt. Eine trockene Sache? Nicht wenn der Richenthaler Zauberer Mikkel Rasmussen mit von der Partie ist.

Mitglieder machens möglich
KKK Reiden hat momentan 315 Mitglieder. Diese sind nicht zuletzt ein Garant, dass der Verein jedes Jahr ein attraktives Programm zusammenstellen kann. Der Jahresbeitrag von 30 Franken (Einzelpersonen) respektive 50 Franken (Paar/Juristische Personen) ermöglicht Anlässe, die ohne diese finanzielle Absicherung gar nicht durchführbar wären. Wer den Verein passiv oder aktiv unterstützen und im Gegenzug die Einladungen für die KKK-Anlässe erhalten will, kann sich mit der Präsidentin in Verbindung setzen: Silvia Steiner, Feldweg 7, 6260 Reiden, Tel. 062 758 50 25, silvia.steiner@bluewin.ch.
Seiten und Saiten sprechen lassen

Ein himmlisch schöner Abend – dies kündete der Verein KKK Reiden an und beschenkte neben den Zuhörern auch sich selbst.



Für Kultur. Für Kontakt. Für ein pulsierendes Leben in der Johanniterkommende. Dafür setzt sich KKK Reiden ein. Seine 16. Saison beendete der Verein am Sonntagabend mit einem himmlisch schönen Abend. Stimmig war es unten in der Kornschütte, wo die Harfenspielerin Sabine Moser 47 Saiten erklingen liess und zeigte, dass Klavierwerke von Claude Debussy, Domenico Scarlatti oder Giovanni Batttista Pescetti auch auf einem der ältesten Instrumente wunderschön klingen. Dazwischen wendete die Reiderin Christine Schärli die Seiten, erzählte wunderschöne Geschichten. Wie die Engel in einer ihrer Erzählungen «ein Stück Himmel» in den Saal oder regte mit einem «Geheimnisvollen Brief» zum Nachdenken an. Deren Verfasser rief dazu auf, sich mehr Zeit zu nehmen, seine Träume auszugraben und zu verwirklichen. Dem ersten Gedanken konnte an diesem Abend nachgelebt werden. Zurücklehnen und Geniessen war angesagt. Auch oben in der Taverne, wo nach der Kultur die Kontakte bei einem feinen Stück Lebkuchen gepflegt wurden.

In den Startlöchern fürs 2016
KKK machte sich an diesem Abend und dem Publikum ein Geschenk. Mit rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer ging die Rechnung auf. Zählbares, das sich 2016 in Hörbares verwandelt. Das Publikum darf sich bereits jetzt auf kulturelle Perlen freuen. Für hoffentlich volle Stuhlreihen sorgen beispielsweise die Sängerin Vera Kaa mit einem «Unplugged»-Konzert, der Slam-Poetry-Schweizer-Meister Simon Chen mit seinem ersten Kabarett-Programm oder «Eine ganz üble Sache». Live zu Gast ist der unsterbliche SRF 3-Kommissar Philipp Maloney, der in der Kommende einer seiner haarsträubenden Fälle zum Besten gibt.


Ein himmlich schöner Abend


Hinsetzen, hinhören und geniessen: Einfach himmlisch verspricht der Abend zu werden, wenn eine Harfe erklingt und Worte Geschichte(n) erleben lassen.

Worte und Musik im Advent. Für KKK Reiden gehört dieser Anlass am 1. Advent ins Jahresprogramm wie der Christbaum am 24. Dezember in die gute Stube. Heuer erklingen in der Kommende die 47 Saiten eines der ältesten Musikinstrumente. Mit neun Jahren begann die Goldauerin Sabine Moser Harfe zu spielen. Eine "Liebesgeschichte", die sie 2012 mit dem Titel "Master of Arts in Music Performance" krönte. In Reiden lässt sie unter anderem Debussys Prélude "Schritte im Schnee" ertönen, nimmt das Publikum bei barocken Sonaten von Pescetti und Scarlatti mit auf eine musikalische Reise.

Für die Worte an diesem Abend sorgt die Reiderin Christine Schärli. Die vierfache Mutter und Lehrerin erzählt Kurzgeschichten und Texte neuzeitlicher Autorinnen wie Andrea Schwarz oder Christa Spilling-Nöker. Die Texte haben alle mit Engeln zu tun (mit himmlischen und irdischen). Die Verantwortlichen von Kultur und Kontakte in der Kommende sind überzeugt, mit ihr die richtige Stimme für diesen Abend gefunden zu haben. Ihr Engagement beruht nicht etwa auf einem Heimvorteil. Als Märchenerzählerin beim letzten Jahreskonzert der Jugend Brass Band Reiden wurde der Vorstand auf sie aufmerksam und hat sie auf der Stelle für den "himmlisch schönen Abend" verpflichtet. bo.

Ein himmlisch schöner Abend, Sonntag, 6. Dezember, 17 Uhr, Kommende Reiden. Nummerierte Sitzplätze, Vorverkauf kkk-reiden.ch oder 062 758 36 00; Tickets 20 Franken. Taverne ab 16.30 Uhr geöffnet.

 

Wilder Ritt in der voll besetzten Kommende

Der Verein KKK lud in den Wilden Westen und 120 Personen erlebten im nördlichen Kantonsteil einen tollen Abend: Im Johannitersaal war am Samstagabend das A-cappella-Ensemble «Pagare Insieme» mit «Zahltag/Fünf Stimmen für ein Gloria» zu Gast.

von Adelheid Aregger

Nicht «Vier Fäuste für ein Halleluja», sondern «Fünf Stimmen für ein Gloria». Nicht eine Westernparodie mit Bud Spencer und Terence Hill, sondern mit Marco, Nik, Peter, Dani und Johannes, sie aber ausser mit Fäusten, vor allem mit Gesang. Im ersten Teil des Konzerts gaben sie sich ganz friedlich und erzählten von ihrer Odysse durch alle Weltmeere. Leider endete Louis Lachs romantische Affäre «Uf de Seychelle hed er no eini welle» tragisch im Bärenmaul. Der «Luzerner Dörflimarsch» listete in ungeahnter Schnelle alle Orte auf …wil, …bach, …kon, …berg. Zu Herzen ging der Schmalz in der Helene-Fischer-Parodie «Adios Amor» und im «Süüferli» – zwar ein «Süüfferli» – mit der Klage «So schlof doch nid scho wider ii». Dem Publikum, das durch ein Wechselbad der Gefühle ging, attestierten die Sänger: «S isch geil mit euch.»

Überraschungen in allen Tonlagen

Gesang ist nur der Oberbegriff dessen, wie «Pagare Insieme» seine Geschichten vermittelt: mit Geschrei und Gebell, Heulen und Quietschen, Brummen und Krächzen, Meckern und Zwitschern. Das begeisterte Publikum wurde in allen Tonlagen überrascht: «Sopran oder Bass, mir macht alles Spass.» Nicht nur das Gehör kam auf seine Rechnung. Die Choreografie liess Arme, Kopf und Beine kunstvolle und komische Figuren formen, bis ins Detail einstudiert in atemberaubendem Wechsel. «Doofer Halloween» war dann reine Improvisation. Was sich in der Nacht vor Allerheiligen abspielt, vor dem es den Schweizern laut «20 Minuten» graue, ging wie ein Gewitter durch die Kornschütte und war nur zu ertragen, weil zu guter Letzt «Kürbisöl» die erregten Gemüter besänftigte.

Ein Orchester in den Kehlen

Lindernde Salben für ihre Wunden hätten die Auftretenden nach ihrer Prügelei am Schluss des «Helveto Western» benötigt. Warum ging es wohl? Ums liebe Geld natürlich, genauer gesagt um einen ganzen Sack voller gestohlener Goldmünzen. Endlos war der Ritt ins nächste Dorf. Des Diebes Wunsch: Statt ans gewünschte Bankfach und Nummernkonto geriet er an einen Betrüger. Wie ein geschlagenes Kind weinte er seinen «Goldenen Adlern» nach und atmete schliesslich doch auf. Diebe und Dorfbewohner teilten sich die Errungenschaft in absoluter Diskretion. «Pagare Insieme» hingegen versteckt seinen Schatz nicht, sondern offenbart bei jedem Auftritt das Kapital, das in ihm schlummert: die Töne zwischen Nachtigallen-Lied und Donnerwetter, die Gebärden vom hilflosen Gesichtsausdruck des unglücklich Verliebten bis zum mörderischen Schläger. Ein ganzes Orchester scheint in den Kehlen zu stecken, der Atem bei den Strophen unerschöpflich. Die Phonstärke reicht vom sanften Piano bis zum Fortissimo. Für ihre Einfälle und Perfektion wurden die fünf Solisten in der Kommende mit kaum endendem Beifall überschüttet.

Stegreif musikalisch und kulinarisch

Mit einer Kombination von Genüssen für Ohr, Auge und Gaumen beglückte der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende am letzten Samstag ein kleines, aber dankbares Publikum. Es wollte die Stegreif-Formation «Mer esch glich» am Schluss fast nicht ziehen lassen.


Der Ausdruck «aus dem Stegreif» muss nicht unbedingt auf hohe Qualität hindeuten. Was aber die beiden Trompeter Markus Meyer und Gery Amrein, der Klarinettist Markus Zihlmann, das Akkordeon-Duo Hans Kneubühler und Beat Steinmann, Hansjörg Bucher mit dem Euphonium und René Vogel auf der Tuba boten, war Spitze. Zwar rissen die Polka «In den Bergen», der «Wäntele-Schottisch» und der «Entlebu­cher Kaffeemarsch» die Gäste nicht von den Stühlen der Kornschütte, in die sie der Wetterumschwung getrieben hatte. Das kam erst später. Die Musik der aus dem legendären Infanterie-Regiment 19 stammenden Kapelle schien den Raum zuerst fast zu sprengen und war wie eine musikalische Aufforderung zum zweiten, zum kulinarischen Stegreif-Programm: Sich einen Stock tiefer aus einem bunten Angebot von Gemüse- und Fleischhäppchen einen individuellen Spiess zusammenzustellen und sich so bewaffnet ins Freie zu begeben und ihn dem Drehautomat über der heissen Glut anzuvertrauen.

Bravorufe aus dem Publikum
So vielfältig wie die farbigen, aus dem Stegreif bestückten Essstäbe war fortan auch die Art der Musik. Zuerst vor der Nordfassade, dann im Innern der Kommende lief jetzt ein Programm, wie es bunter nicht hätte sein können. Volksmusik, Ländler, Marsch, Schlager, Jazziges und Evergreens erfüllten die Kornschütte, liessen das Publikum mitklatschen und begeisterte Bravorufe ausstossen. Das Konzert ohne Ansage war ein Fest für alle Sinne. Die relative Enge der Kornschütte sorgte dafür, dass die Gäste jeden der sieben Musiker genau betrachten konnten: Seinen Gesichtsausdruck, das Spiel seiner Finger und Hände, die Turnübungen des Tuba- und Euphonium-Spielers. Oft blieb die Kommunikation verborgen, mit der sich die Band über den nächsten Titel einigte, manchmal stecken sie die Köpfe zusammen, um die Fortsetzung festzulegen. Sie erfüllten sogar Wünsche aus dem Publikum, die sie nicht im Repertoire hatten, wie das «Munotsglöcklein». Hier erlebten die Zuhörer im Massstab eins zu eins, wie «Mer esch glich» tickt. Die zwei Trompeten spielten die Melodie vor, nach und nach fügten sich die anderen Instrumente ein – mit der Melodie oder sie begleitend, bis der letzte Refrain im vielstimmigen «Klinge Munotsglöckelein, bim bam bim bam bum» endete. Aber schon war die wehmütige Stimmung wieder weggewischt. «Spanish Eyes», «Steiner Chilbi», «Griechischer Wein», «Mit 66 Jahren» – Schlager- und Dixiemelodien erfreuten die Herzen. «So ein Mann» schmeichelte dem starken Geschlecht.

Beim Marsch noch kein Abmarsch
Aber dann kündigte das Reider Band-mitglied Beat Steinmann das Schlussstück an. In strammer Haltung – wie es sich für die ehemaligen Angehörigen eines (wenn auch aufgehobenen) Armeespiels geziemt – liessen die «Mer esch glich»-Musikanten den Marsch «Marignan» erklingen. Und durften darauf trotzdem nicht abtreten. Fetzig folgte der Ski-Twist «Der Tifel isch gschtorbe», bevor das Stegreif-Ensemble mit «Frohes Wiedersehn» beim Abgang über die Treppe auch optisch entschwand.                Adelheid Aregger

Schriftsteller mit hoher Sackmesserdichte

Alex Capus erzählte nicht nur von seinen Nachbarn Urs, Urs, Urs, Urs und Urs. Er verriet auch, wieso er seine Schreibstube unter dem Dach hat und in seinem Haus eine der grössten Sackmesserdichten der Schweiz herrscht.


Text: Willisauer Bote

Warum an eine Autorenlesung gehen? Schliesslich kann das Buch gekauft und selber gelesen werden. Wer so denkt, verfällt einem Trugschluss. Wenigstens wenn der Schriftsteller Alex Capus heisst. Der Oltner zeichnete sich bei seinem Auftritt bei Kultur und Kontakte in der Kommende als brillanter Redner aus. Einer, der nicht nur Geschichten liest, sondern sie auf humorvolle Art verpackt. Die über 60 Gäste an der Matinee hängten quasi vom ersten Wort an seinen Lippen.

Die vermeintliche Ruhe
im vierten Stock

«Ich habe noch nie an einem Ort gelesen, an dem ich mit dem Kirchturm auf gleicher Höhe war», sagte Capus. Der hohen Kunst des Schreibens jedoch frönt er in luftiger Höhe. Zuoberst. Im vierten Stock. Unter den Dachbalken seines Einfamilienhauses. Mit Grund. «Mit Windeln am Füdli» schaffte es keiner seiner fünf Buben hinauf. Doch dieser Zustand habe jeweils nur kurz gedauert und da sein Nachwuchs nicht in kurzer Zeit «getaktet» zur Welt kam, sitzt bis heute immer wieder einer auf seinem Schoss oben im «Chämmerli». Trösten, wenn die Nachbarstochter etwas «Gemeines» gesagt hat. Oder einen Verband anlegen, wenn sich wieder einer seiner Sprösslinge in den Finger geschnitten hat. «Dank fünf Buben haben wir wohl eine der grössten Sackmesserdichten in der ganzen Schweiz», sagte Capus. Dieser Umstand störe ihn immer wieder in seinem Schaffen. Oben. Im vierten Stock.

Das schwere Los
des Schriftstellers…

Und trotzdem. Alex Capus hat viele Geschichten und Romane geschrieben, zählt zu den renommiertesten Schweizer Schriftstellern. Lange Zeit habe er sich die Themen aus den «Töppen» gesogen. Natürlich – nichts entstehe aus dem Nichts. Er habe sich eine Bühne geschaffen, die jener seines Wohnorts ähnle. Doch er schreibe keine Oltner Geschichten. «Die Leute wollten mir dies einfach nicht glauben. Suchen sich immer und immer wieder in den Texten», sagte Capus. Dies habe zwei Vorteile. Einerseits bekomme er im Ratskeller hie und da ein Bier spendiert. Andererseits mache sich bei einer Neuerscheinung halb Olten in die noch einzig verbliebene Buchhandlung auf, sobald er ein neues Werk in den Regalen habe. Die Kehrseite der Medaille: Der eine oder andere fühlt sich – obwohl er gar nie im Fokus stand – «getüpft», wenn er sich nicht gerade vorteilhaft erwähnt sieht. Und auch den Autoren selbst kann sein Schreiben in die Bredouille bringen. «Als fünffacher Familienvater ist es nicht gerade angenehm, wenn der Leser meint, ich hätte all die amourösen Verwicklungen in meinen Texten selbst erlebt.»

…und warum aus Fiktion
wahre Geschichten wurden

All dies habe ihn bewogen, in letzter Zeit die Wahrheit und nichts als die Wahrheit zu schreiben. «Dies war eine grosse Befreiung. Lügen ist anstrengend. Man muss immer auf Zack sein, um nicht aufzufliegen», sagte Capus. In den Fokus seines neuesten Werkes setzte er seine Nachbarn: Urs, Urs, Urs, Urs und Urs. Mit ihnen sitzt er jeweils auf dem «Chiesplätzli» an der Elsastras­se, diskutiert über Gott und die Welt oder darüber, dass sein abgehalftertes Velo der bessere Demokrat sei als das gepflegte Fahrrad von Urs. Gemeinsam wird der Ursache auf den Grund gegangen, weshalb es im Quartier immer weniger Eichhörnchen und Kinder, dafür mehr Katzen gibt. Dabei labt sich die Runde am feinen Entlebucher Birnenschnaps vom einen Urs und rauchen die filterlosen Zigis vom anderen Urs, der nach seiner Scheidung wieder zu dampfen anfing.
Unter all den Ursen sei er, der Alex, noch der ruhigste, sagte Capus.  Eigentlich schade. Als Vielschwätzer würde er die Runde noch heiterer machen, als sie gemäss seinen Erzählungen bereits ist. Dies unterstrichen die Zuhörer in der Reider Kommende mit so manchem Lacher. Warum an eine Autorenlesung gehen? Diese Frage hat sich am Sonntagmorgen definitiv erübrigt.
Kabarettistinnen, die musikalisch überzeugten


Der Start in die KKK-Saison 2015 ist geglückt. Der Auftritt des Frauentrios siJamais hinterliess rund 90 klatschende Gäste.

Superkräfte: Dies bewiesen die drei Frauen von siJamais bereits vor ihrem Auftritt am Freitagabend. Ruckzuck hoben sie den Flügel auf die Bühne, so dass die rund 90 Gäste am Abend eine möglichst gute Sicht auf das Dargebotene geniessen konnten. Frauen die zupacken können, waren dann auch auf der Bühne zu sehen. Die begnadete Pianistin Jacqueline Bernard outet sich als pensionierte Superheldin, Simone Schranz als Geheimagentin. Nur Mia Schultz ist nach der abgeschlossenen Welttournee mit Eros Ramazzotti in eine Sinnkrise gestürzt. «Fatal normal» ist ihr Leben. Doch ohne es zu merken, hilft sie den andern beiden im Verlaufe des Abends, die Welt zu retten

Zauberhafte Stimmen sorgen für Stimmung
Eine ausfahrbare Antenne, Infrarot-Messgerät, Sirene: Geheimagentin Simone Schranz zaubert allerhand aus ihrem Kontrabass. Doch so richtig die Post geht ab, wenn sie das Instrument zu spielen beginnt. Ihre beiden Bühnenpartnerinnen stehen ihr an Klarinette und Flügel in nichts nach. Von wegen bedächtige Bernerinnen, die «derwil» haben. siJamais untermalt «La Bamba» mit eigenem Text, verbindet Beethoven mit der Filmmelody von «Pink Panther» oder «Pirates of the Caribbean». Hinzu kommt dreistimmiger Gesang, der den Abend wortwörtlich stimmig macht. Auch wenn die Geschichte teilweise obskur ist, man den besiegten Feind «E6» im Publikum nicht richtig (er)fassen kann: Alleine schon das musikalische Können dieser drei Frauen macht einen Besuch im scheinbar «fatal normalen» zum Muss. Das Reider Publikum zeigte sich am Ende des Abends jedenfalls begeistert, liess die drei erst nach mehreren Zugaben von der Bühne treten.

Der nächste Anlass gehört Urs, Urs, Urs, Urs und Urs
Kultur und Kontakte in der Kommende Reiden ist bereits in den Startlöchern für den nächsten Anlass. Auftrumpfen. Dies will der Verein mit dem Verfasser des «König von Olten». Zwar erzählt Autor Alex Capus nicht von jenem Kater, der ihn einmal mehr mehrere Monate in den Bücher-Bestsellerlisten ganz vorne stehen liess. In der Matinee vom Sonntag, 14. Juni, 10.30 Uhr, liest Capus aus seinem neuen Roman «Mein Nachbar Urs». Er hat nicht einen, sondern gleich fünf Nachbarn namens Urs. An lauen Sommerabenden trifft er sich mit ihnen und lässt sich die Welt erklären. bo.

320 Mitglieder bringen Farbe in Alltag

Kultur bereichert das Leben, Kontakte machen es erst interessant: Für beide Dinge sorgt KKK Reiden seit elf Jahren. Dank der Unterstützung von derzeit 320 Mitgliedern, wie sich an der GV vom Mittwochabend erneut zeigte.

Der preisgekrönte Kabarettist Klaus Eckel, die A-cappella-Gruppe Knows The Cuckoo, Liedermacher Linard Bardill, das Schweizer Radio mit der Sendung Persönlich und das Klavierduo Tastiera Armonica: Sie alle waren im letzten Jahr zu Gast auf der Reider Kommende. «Wir dürfen auf ein Jahr mit fünf gelungenen Anlässen zurückblicken», war dann auch das Fazit von KKK-Präsidentin Silvia Steiner. Dass wichtige Farbtupfer im Leben aber nicht unbedingt in bare Münze umgewandelt werden können, zeigte der Kassabericht. Die von Margrit Bucher sauber geführte Rechnung schloss 2014 mit einem Minus. «Die Beiträge der momentan 320 Mitglieder sind für uns sehr wichtig», sagte sie. 30 Franken pro Jahr bezahlen Einzelpersonen, 50 Franken Paare. So stehen KKK genügend finanzielle Mittel zur Verfügung, um Künstler nach Reiden zu holen. Gleichzeitig erhalten die Mitglieder als Dank eine Jokerkarte. Sie ermöglicht an einer Veranstaltung eine Eintrittsermässigung von 20 Franken.

Das Programm im 2015
Die Jokerkarte. Sie kann bereits in einer Woche eingesetzt werden. Am Freitag, 27. März, 20 Uhr, ist das Frauen-Kabarett siJamais zu Gast in der Kommende. Vier weitere Anlässe stehen 2015 im Jahresprogramm: Eine Matinee mit dem Autor Alex Capus (14. Juni), das Sommerfest mit der Stegreifgruppe «Mer esch glich» (15. August), ein A-cappella-Konzert mit Pagare Insieme (31. Oktober) und der traditionelle Anlass «Worte und Musik im Advent (6. Dezember).

Wahlen
Das Programm trägt auch in den kommenden zwei Jahren die Handschrift von Silvia Steiner (Präsidentin), Monika Luternauer, Carmen Brülhart, Sabine Sommer, Margrit Bucher, Brigit Spiegelberg, Claude Moesch und Stefan Bossart. Die 40 GV-Teilnehmer bestätigten sie in ihrem Amt, sprachen ihnen fürs 2015 und 2016 ihr Vertrauen aus. Ebenfalls für eine weitere Amtsperiode haben sich Monika Lerch und Hanspeter Lötscher als Rechnungsrevisoren zur Verfügung gestellt.

Nomen ist Omen
Neben den Traktanden kam an der GV das «Hauptgeschäft» des Vereins nicht zu kurz. Godi Huser (Schötz) und Andrea Roth (Ohmstal) lockerten mit Kurz-Theaterstücken den Anlass auf. Als «Duo Skätsch» schlüpften sie in verschiedene Rollen und Kleider. Ob beim Blind-Date, auf der Bergwanderung oder im Fussballstadion. Humorvoll unterhielten sie das Publikum. Dieses nahm anschliessend in der Taverne Platz, liess sich vom Wirtschaftsteam mit Wein und Pizza verwöhnen. Kultur und Kontakte – an diesem Abend wurden Farbtupfer gesetzt. bo.

 

 

Frauenpower und Männerstimmen in der Kommende
Neues Jahr, neues Programm: Der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende wird auch im 2015
seinem Namen gerecht.


Drei Frauen retten die Welt und noch ein wenig mehr: Das Trio «siJamais» eröffnet am 27. März das KKK-Jahr. Mit instrumentalem und vokalem Können erzählen die drei Kabarettistinnen, wie es nach der abgeschlossenen Welttournee mit Eros Ramazzotti weitergeht. So viel vorweggenommen: In ihrem neuen Programm trumpfen sie mit Superkräften und Agentenwissen auf.

Auftrumpfen. Dies will der Reider Kulturverein auch mit dem Verfasser des «König von Olten». Zwar erzählt Autor Alex Capus nicht von jenem Kater, der ihn mehrere Monate in den Bücher-Bestsellerlisten ganz vorne stehen liess. Gleich wie seine Werke «Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer» oder «Léon und Louise». In der Matinee vom Sonntag, 14. Juni, 10.30 Uhr, liest Capus aus seinem neuen Roman «Mein Nachbar Urs». Er hat nicht einen, sondern gleich fünf Nachbarn namens Urs. An lauen Sommerabenden trifft er sich mit ihnen und lässt sich die Welt erklären.

Apropos lauter Sommerabend: Dieser ist hoffentlich auch dem Sommerfest vom 15. August beschieden. Wer dann im Hof der Kommende aufspielt, steht noch aus. Ganz im Gegensatz zum Tag der Kulturlandschaft vom Samstag, 31. Oktober. Dann beehren die Sänger der A-cappella-Gruppe Pagare insieme das Publikum in der Kornschütte. Dieses erwartet ein vielstimmiger Abend voller Dramatik. Das KKK-Jahr abschliessen werden wieder Frauen. Zwei an der Zahl. Beim traditionellen Anlass «Worte und Musik im Advent» am 6. Dezember untermalt die Harfenspielerin Sabine Moser die von der Reiderin Christine Schärli vorgetragenen Geschichten.
Mit Musik Geschichten erzählt

Reiden Seit 1999 gehört die Verbindung von Worten und Musik im Advent zum Jahresprogramm des Vereins «Kultur und Kontakte in der Kommende». Am Sonntag war das Klavierduo «tastiera armonica» in Reiden zu Gast.


Umringt vom Publikum erweckten die Pianistinnen, Angelika Maria Eysermans und Eva Elisabeth Schreyer, den Flügel in der Kornschütte der Reider Kommende zum Leben. Die beiden Schwestern, die in Leipzig und in Zofingen daheim sind, interpretierten Musik vom 17. bis ins 20. Jahrhundert, Bekanntes von Brahms, Bach, Pachelbel und weniger Bekanntes von Louis Durey, Max Reger und Gabriel Fauré. In seiner «Dolly Suite» (1893 – 1896) erzählt er und mit ihm das Klavier-Duo in sechs Sätzen, wie das kleine Mädchen heranwächst, das man Püppchen nennt. «Berceuse» wiegt es an seinem ersten Geburtstag in den Schlaf, in «Mi-a-ou» beschreibt das wilde, aufgeregte Spiel mit den vielen Zäsuren seinen älteren Bruder Raoul und «Le jardin de Dolly» einen romantischen Garten: Ein Wässerchen sprudelt, ein Lüftchen weht und wiegt Blumen und Gräser hin und her. Die «Kitty-valse» ist dem Hund gewidmet, man sieht ihn vor sich springen und «gappen». Ganz ruhig, mit viel Gefühl, kommt «Tendresse» daher, bevor in «Le pas espagnol» starke Emotionen aufbrechen, die lebhafte Bewunderung, ein Tanz um eine Reiterstatue.

Die Stille durchbrochen
«Schweigend ist die Welt erstarrt» – mit diesen Bildern dringt der Winter in die Kornschütte ein, als Angelika Maria Eysermans das Gedicht «Im Winter» ihrer Schwester vorliest. Weihnächtliche Gefühle regen sich bei der Interpretation von Max Regers «Stille Nacht». Wie mit Glockengeläut begleitet die rechte Hand (Pianistin) die dunkle, heimelige Melodie des bekanntesten Weihnachtsliedes. Es ist, als ob sie andeuten will, dass der Lärm der Welt die Stille der Heiligen Nacht bedroht. Im Adventskonzert in der Kommende übernahm das frenetische Klatschen des Publikums diese Rolle. Immer wieder liess es die adventliche Stimmung und Andacht verschwinden, die Angelika Maria Eysermans und Eva Elisabeth Schreyer mit Worten und gekonntem Spiel auf dem Flügel verbreitet hatten.                      Adelheid Aregger
Ein persönliches Gespräch mit nationaler Ausstrahlung


Ein witziges «Persönlich» aus der Kommende vermittelte Blitzlichter in zwei engagierte Leben

von Kurt Blum/Zofinger Tagblatt

Die Kornschütte des Reider Wahrzeichens, der Kommende, war bei freiem Eintritt «ausverkauft», als gestern Morgen Stefan Bossart vom «Verein Kultur und Kontakte in der Kommende» zur Radio-Livesendung «Persönlich» willkommen heissen durfte. Mit Peter Galliker aus Altishofen, dem Seniorchef der international tätigen Unternehmung Galliker Transport & Logistics, und der Schreib-, Kultur- und Reisefrau Adelheid Aregger aus Reiden gaben zwei starke Persönlichkeiten aus dem Luzerner Wiggertal ungekünstelt – froh und heiter – etwas von ihrer Persönlichkeit preis und bewiesen damit, dass auch Erfolge nicht daran hindern, die Bodenhaftung zu behalten. Christian Zeugin zeigte sich als sattelfester Moderator, der herzhaft auch über sich selber lachen konnte. – Die Schlag zehn Uhr gestartete, einstündige SRF-1-Sendung hatte übrigens einen «lokal-regionalen» Auftakt, indem die einleitenden Nachrichten vom Zofinger Thomas Fuchs gelesen wurden.

«Ich kann recht hässig werden»
Aus einer Adelheid werde in der Regel eine Heidi – «doch ich kann recht hässig werden, wenn man mich als Heidi anspricht», lachte Adelheid Aregger. Das Rätsel, warum sie eine Adelheid und keine Heidi ist, konnte sie rasch lösen: «Weil meine Mutter gleich hiess und Verwechslungen ausgeschlossen werden sollten: Sie war die Heidi und ich die Adelheid.» – Sowohl Peter Galliker als auch Adelheid Aregger wären, hätten sie nicht beim «Persönlich» Platz genommen, beim sonntäglichen Morgenessen gewesen, wobei es eine Gemeinsamkeit und einen grundsätzlichen Unterschied gegeben hätte: Beide hätten sich über «Sonntags-Zeitungen» hergemacht, wobei sich beide als Lesende der «Zentralschweiz am Sonntag» outeten, die Namen der weitern Titel jedoch recht geschickt umschifften ... Der grundsätzliche Unterschied lag bei der Zuständigkeit für das Morgenessen: Adelheid Aregger lässt sich verwöhnen («Mein Gatte Ruedi ist bei uns der versierte Koch»), während Peter Galliker zumindest für den Tee besorgt ist!

«Ich schwänzte das Singen oft ...»
Eindrücklich – gewürzt mit den notwendigen Prisen Humor – schilderte Peter Galliker seine Jugendzeit in Hofstatt (Lu-thern), wo sein Vater neben einem Transportbetrieb auch einen Handel mit Holz und Landesprodukten führte und er bereits als junger Schüler mit Begeisterung und Freude mitarbeitete, zum Beispiel beim Ausmessen oder beim Transport von Holz. «Es ist verjährt, als ich jeweilen mit Stolz am Steuer eines Lastwagens sass, obwohl ich dies noch lange nicht hätte tun dürfen», schmunzelte Peter Galliker, «und das Singen und das Turnen habe ich oft geschwänzt, weil mich die Tätigkeit zu Hause viel mehr faszinierte ...» Zu den lebendigen Erinnerungen, die Peter Galliker weitergab, gehörte auch die Tatsache, dass durch die Woche hindurch mit den damals fünf Fahrzeugen und den drei Angestellten Transporte ausgeführt wurden, Samstag und Sonntag baute man die Carrosserie um, damit beispielsweise Hochzeitsgesellschaften oder Vereine ausgeführt werden konnten.

Adelheid Aregger erlebte ihre Jugend- und Ausbildungszeit einerseits vorwiegend im Raum Luzern, anderseits wegen verwandtschaftlicher Beziehungen im Kloster Fahr. «Vor allem, als ich an der Uni Zürich studierte, war ich ständig auf Trab: hier Studium, dort Schule geben und am dritten Ort wohnen. Als ich Ruedi kennenlernte – er studierte an der ETH in Zürich – kam bald einmal das Bedürfnis der Sesshaftigkeit. Ich brach mein Studium nach der Heirat ab, und mit dem definitiven Wohnsitz Wikon ergaben sich für mich viele neue Tätigkeitsfelder», stellte Adelheid Aregger fest. Sie wurde Mutter, gab Schule und wurde zudem zu einer profunden Journalistin und Publizistin. Das Kürzel «aa» wurde zu einem Markenzeichen, bis auf den heutigen Tag.

Als Folge eines Verkehrsunfalls starb der Vater von Peter Galliker, Josef Galliker, 1958; der Sohn und seine Gattin Helene stiegen in das Unternehmen ein, und 1965 begann dabei ein neues, die Zukunft prägendes Kapitel. Er kaufte einen Autotransporter und bereits nach kurzer Zeit war er im Auftrag von Automobil- und Lastwagenherstellern nach Skandinavien unterwegs. «Mit ‹meinem› Unternehmen bin ich auch heute noch ein waschechter Dienstleister. Dabei sind zwei Sachen seit je mein grosses Kapital: auf der einen Seite zufriedene Kunden im In- und im Ausland, auf der andern Seite glückliche und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Augenblick sind es genau 2740 an 17 verschiedenen Standorten.»

Die dritte Generation
2006 übergaben Peter und Helene Galliker ihren Familienbetrieb an die dritte Generation. «Ich selber bin nach wie vor für die Baustellen zuständig. Gegenwärtig sind es drei», meinte Peter Galliker, während Adelheid Aregger ungebrochen in ihren «Kerngebieten» aktiv ist.

Man hätte den beiden noch lange zuhören können!

Tells Schuss in die Ananas aus Caracas


Reiden Wilhelm Tell, ein alter Zopf? Beim Barte des Nationalhelden: Wenn der Bündner Liedermacher Linard Bardill seine Geschichte erzählt, lockt er sogar die Kleinsten aus der Reserve. So auch am Familienkonzert in der Kommende
vom Samstag.


Sie hatten einen Riesenspass: Die rund 100 Kinder und ihre Eltern, die am Samstag in der Kornschütte Platz nahmen. Den Miesepeter am Sommeranlass spielte an diesem Abend nur einer: der Wettermacher. So musste das im Innenhof der Kommende geplante Familienkonzert nach drinnen verlegt werden. Doch dies tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Während des Anlasses regnete es in Strömen, vor- und nachher konnte draussen das wundervolle Ambiente genossen werden. Zu diesem trug das Ferienpass-Team bei, das dank der Zusammenarbeit mit dem Verein Kultur und Kontakte in der Kommende Einblick in seine Aktivitäten geben konnte.

Wenn der Apfel zur Ananas und ein Stück Geschichte lebendig wird
In Linard Bardills Programm «Nid so schnell, Wilhelm Tell», standen die kleinen Konzertbesucher im Scheinwerferlicht. Etwa bei der Apfelschussszene. Unter dem strengen Blick einer «Gesslerin» wurde Bardills Gitarre zur Armbrust, sein Schlüsselbund zum Pfeil und die Ananas aus Caracas zum Apfel. Die Protagonisten des leicht abgeänderten Schauspiels waren die Kinder selbst, die unter Bardills Regie als Walterli, Hutwächter oder gar Hutstange Tells Geschichte nachspielten. Doch auch sonst kamen die Kleinsten an diesem Abend kaum zur Ruhe. Bei der Fahrt über den Vierwaldstättersee zur Tellsplatte sorgten sie für den Donner, das Zischen der Wogen und das Pfeifen des Windes. Dabei fehlte der aktuelle Bezug zur heutigen Zeit nicht. So webte Bardill die Geschichte des kleinen Walters ein, der von Grossmaul Paul gemoppt wird. Dank Tell, dem bärtigen Kerl mit kurzen Hosen aus seinem Traum, fand er einen Ausweg aus der Misere. Ein altes Stück Geschichte wurde quicklebendig.

Ein 100-köpfiger «Background-Chor» vor der Bühne
«Ja, das esch d'Schwiz, gemmer dini Hand…» mit diesem Lied begann und schloss Linard Bardill sein Konzert. Und seine Zuhörer gaben ihm während der über einstündigen Show nicht nur den kleinen Finger. Sie staunten, sangen, klatschten und lachten. Kein Wunder. Witzig waren die Ansagen des Bündner Liedermachers zwischen den einzelnen Stücken. Etwa wenn er Gesslers Gesicht als «so weiss wie ein Spiegelei ohne Eigelb» beschreibt oder Kinderlieder wie «Häsli i de Gruebe» zwischen seine eigenen Melodien einbaut. Das gewaltige Echo aus dem Zuschauerraum war  ihm und Kontrabassist Bruno Brandenberger sicher. Letzterer gab dem Konzert mit gekonntem Zupfen seiner Saiten den Boden. Zudem liess er Bardill als zweite Stimme selbst dann nicht alleine, wenn er für einmal auf seinen über 100-köpfigen Background-Chor verzichten musste. In diesem hatte es übrigens sogar ein paar erstaunlich notenfeste Jodlerinnen und Jodler. «Ja, das esch d'Schwiz…» trotz oder gerade wegen der Ananas aus Caracas.


«Gogger» mit bärenstarken Stimmen

Kuckucke legen bekanntlich ihre Eier in die Nester fremder Vögel. Trifft dies auf die A-cappella-Gruppe «Knows the cuckoo» ebenfalls zu, wuchsen die sechs Sänger als wunderbarste Singvögel und in einem bärenstarken Nest auf.


Sechs Kuckucke riefen und das «Nest» war voll: Rund 120 Gäste wollten am Samstagabend in die Reider Kommende den Auftritt der A-cappella-Formation «Knows the cuckoo» nicht verpassen. Sie bekamen sechs schräge Vögel zu sehen, die mit Federboas um den Hals kokettierten, ihre Stimmbänder mit dem Inhalt von Blumenvasen netzten oder die Hosen hochkrempelten, um ihre wunderschönen Socken zu präsentieren. Es war eine tolle Show, welche die «Gogger» boten und dafür viele Lacher einheimsten. Den Applaus aber bekamen sie für ihren Gesang. Und dieser war bärenstark. Da brummte der Bass. Ob bei Dodo Hugs «Eusere Ätti» oder Mani Matters «Mer hei e Verein»: Peter Achermann, Christoph Roth und Martin Stadelmann legten mit ihren Stimmen den Teppich aus, damit die Sängerinnen Hanni Troxler, Monika Stadelmann und Irina Huser in höheren Tonlagen jubilieren konnten. Amsel, Drossel, Fink und Star wären neidisch geworden – und zuweilen auch ganz schön erschrocken. Denn jedesmal, wenn die «Gogger» zum letzten Ton ansetzten, schraubten 240 Hände den Dezibelpegel in die Höhe.

Die schönste Nebensache der Welt
Die «Gogger» legten ihre musikalischen Eier an diesem Abend in manches Nest. Sie zollten dem Italiener Eduardo Benato die Ehre, zelebrierten im breiten «Züri-Tütsch» Baby Jails «Sad Movie» und zeigten ihre sprachliche Vielfalt mit Ausflügen nach Afrika und in die Südsee. Kurzum: Die «Gogger» haben bekannte Melodien in ihrem Repertoire, denen sie mit einer eigenen Note Flügel verleihen. Ob sie nun zum Plastik-Saxofon greifen oder der Gassenhauer plötzlich im Walzertakt daherkommt. Witzig auch ihre Eigenkomposition, bei der sie als kleine Hommage an ihr ehemaliges Mitglied «Frölein Da Capo» ein Loop-Gerät imitieren, Rhythmen auf K(n)opfdruck immer und immer wieder ertönen lassen. Hanni Troxler baute mit ihrer Textzeile Spannungen bei den anwesenden Fussballfans ab. Die energiegeladene «Goggerin» wusste das Resultat des Achtelfinalknüllers Brasilien–Chile, liess es perfekt getaktet immer und immer wieder erklingen. Sowieso nahm bei ihren humorvollen Ansagen die wichtigste Nebensache der Welt einen hohen Stellenwert ein. Sie zitierte unter anderem den Captain der Schweizer Nationalmannschaft. Wie sagte doch Inler nach dem Frankreich-Spiel? «Wir müssen unsere Fehler beim nächsten Mal einfach besser machen.» Dieses Votum würden sich auch die «Gogger» auf die Fahne schreiben, so Hanni Troxler. Ob das ironisch gemeint war? Wahrscheinlich. Das Gastspiel auf dem Reider Hausberg war am Samstagabend einfach perfekt.

Nächster Anlass des Vereins Kultur und Kontakte in der Kommende: Familienkonzert mit Linard Bardill, Samstag, 16. August, 18 Uhr, Kommende Reiden. Vorverkauf unter www.kkk-reiden.ch oder bei Papeterie Spiegelberg, Reiden, Telefon 062 758 36 00.
Österreicher bringt Schweizer zum Lachen

Er kann sich so schön über die Gemüsewaage, Erlebnistoiletten oder  militante Umweltschützer auslassen: Kabarettist Klaus Eckels Liebeserklärung an die Unzufriedenheit liess am  Donnerstag einzelne Zuschauer Tränen lachen.


Er gewann unter anderem den renommierten Salzburger Stier, hat eine eigene Fernsehshow und spielt in Österreich vor restlos ausverkauften Hallen: Der Verein Kultur und Kontakte in der Kommende Reiden wartete am Donnerstag mit einem Stern am europäischen Kabarett-Himmel auf – den nur gerade rund 60 Zuschauer leuchten sehen wollten. Einer in der Kornschütte liess sich deswegen gar nicht aus dem Konzept bringen: der «Meister» selbst. Klaus Eckel lud zu einer 100-minütigen und viel beklatschten One-Man-Show ein und hätte dabei fast das Leben einer Zuhörerin verändert. «Geben Sie mir ihr Telefon und ihr Privatleben ist nicht mehr so wie zuvor», sagte er, als mitten im Programm deren Natel erklang. Und niemand im Saal hegte Zweifel an seiner Aussage. Mit einer geballten Ladung Wortwitz kann man die Welt verdrehen. Dies zeigte Eckel in seinem Programm ««Alles bestens, aber…» auf eindrückliche und humorvolle Weise.

Erlebnistoiletten
und deren Mitbewerber

Herrlich, wie er sich im Verlaufe des Abends an den kleinen Widrigkeiten des Alltags echauffierte und dabei Lösungsansätze bot. Im Job helfe eine Portion Faulheit, sich durchs Leben zu schlagen. Denn: «Wer sich bei der Arbeit ein Bein ausreisst, hinkt in der Freizeit.» Oder man müsse einfach alles ins Positive drehen. Ein Beispiel gefällig? Wer in der Pisa-Studie nicht vorne mitmische, habe sich einfach bewusst fürs Wissenszölibat entschieden. Trotz all seiner Strategien redete sich Klaus Eckel – zur Freude des Pub­likums – in Rage. So monierte er, dass der heutige Kunde vom König zum Mitarbeiter geworden sei. Etwa am Gemüsestand (Bananen haben immer die Nummer 1, weil der Mensch vom Affen abstammt) oder beim Besuch im Starbucks Cafe. Hier habe er nach zwei Stunden endlich gerafft, dass er selbst der Kellner sei und sich in die Schlange stellen muss. Doch dies sei nichts im Vergleich zum Einkauf bei IKEA, wo er sogar die Küche noch selber planen müsse. Es werde noch so weit kommen, dass der Verkäufer einem im Wald eine Axt in die Hand drückt und, auf einen Baum zeigend, sagt: «Das ist dein Billy.» Eckels Slogan dazu: «Lebst du schon – oder hackst du noch?» Auch die Eventkultur ist dem Österreicher ein Graus. «Vor Kurzem entdeckte ich auf einer Raststätte ein Erlebnisklo», sagte Eckel. Ob darin die Putzfrau mit dem Wischmopp ein Musical aufführe? Auf diese Frage blieb er eine Antwort schuldig. Er wusste sie nicht, weil er einen billigeren Mitbewerber vorzog: den Holunderbaum. Generell seien die heutigen Preise im Hygienebereich enorm. 70 Cent für eine Toilettenbenützung? «Es ist der Wahnsinn. Schüttet man oben ein Glas Wasser rein, kommt es unten teurer raus.»

Unbestechliche Politiker und
jagende Chihuahuas

Mit viel Ironie und Sarkasmus widmete sich der Kabarettist auch dem Weltgeschehen. Dank der Ernennung eines toten Amerikaners zum Bürgermeister wisse er nun, warum Wahlzettel in eine Urne geworfen werden. Eckel meinte weiter: «Tote Politiker sind unbestechlich, Schmiergelder lassen sie wortwörtlich kalt.» Apropos kalt: Nicht viel abgewinnen kann er Schlagzeilen, bei denen Menschen als grösste Umweltsünder abgestempelt werden. «Wer würde ohne uns die Wale zurück ins Meer schieben?» Und selbst Flöhe stürzten ohne den Faktor Mensch in eine veritable Sinnkrise. «Und niemand würde sich deswegen kratzen.» Kurzum: Ohne Mensch wäre die Tierwelt laut Eckel um einiges ärmer, ja gar aufgeschmissen. «Oder können Sie sich ein Rudel Chihuahuas vorstellen, die gemeinsam einen Hirschen jagen?»

Applaus, der fehlenden Schliessmuskel vergessen lässt
Zwischen seinen komischen Erzählungen webte Eckel kurze Lieder ein, um die nächsten Themen anzuschneiden: mit dem E-Piano auf den Knien untermauerte er die Pullover-Anprobe zum Gequieke von Lady Gaga, erbetete sich beim Après-Ski-Gedudel in der Skihütte gar eine Lawine, oder zeigte seinen wiederkehrenden Schmerz in der telefonischen Warteschleife. Dies weil er Beethovens «Pour Elise» in Panflöten-Version ertragen muss. «Musik ist kein Kulturgut mehr – sie ist zur Waffe verkommen», sagte Eckel und sinnierte darüber, wieso die Ohren eigentlich keinen Schliessmuskel haben. Eines ist sicher: Er hätte diesen nach der Vorstellung nicht eingesetzt. Tosenden Applaus erntet man schliesslich gerne. Dies zeigte Eckel mit zwei gewährten Zugaben, die mit einer finalen Aufforderung endeten: Unzufriedenheit gelte es mit mehr Mut zu begegnen. «Sollte Sie morgen der Chef beim Nichtstun erwischen und Sie darauf ansprechen – sagen Sie ihm einfach, dass Sie ihn nicht kommen sahen.»

Ein Verein wird seinem Namen gerecht

Kultur und Kontakte in der Kommende KKK: Hinter diesen drei Buchstaben versteckt sich einiges, wie an der GV einmal mehr augenscheinlich wurde.


K wie kulturelle Farbtupfer. Für solche sorgt der Reider Verein selbst an seiner GV. Mezzosopranistin Carmen Würsch und Pianistin Marlene Bättig bildeten den wortwörtlich stimmungsvollen Rahmen. Feurig und leidenschaftlich erklangen spanische Lieder rund um die Liebe, die sowohl Freudensprünge auslösen als auch tiefen Schmerz verursachen kann. Eher Schmetterlinge als Bauchweh bereitete KKK das letzte Jahr, wie Präsidentin Silvia Steiner in ihrem ersten Jahresbericht aufzeigte. Wortreich mit Slam-Poet Gabriel Vetter gestartet, flog der Verein bei seinem zweiten Anlass gar aus. Die von der Ehrenpräsidentin Adelheid Aregger organisierte Weinbergwanderung im «Rumi» mit anschliessendem kulinarischen Abschluss in der Reider Kommende war einer der Höhepunkte im reich befrachteten Vereinsjahr, in dem sogar einmal die Notstühle zum Einsatz kamen: Proppenvoll war die Kornschütte, als mit Bandleader Heinrich Müller und Pianistin Marianne Schroeder zwei «Ur-Reider» zu Gast waren.

K wie K(l)asse
Kassierin Margrit Bucher konnte der Versammlung eine erfreuliche Rechnung präsentieren. Obwohl KKK mit seinem Logo, den Briefschaften und der Webseite kräftig in einen neuen Auftritt und damit in die Zukunft investiert hat, resultierte ein Gewinn von rund 150 Franken. Dass man mit Kultur aber nicht einfach Kasse machen kann, zeigt der genaue Blick hinter die Zahlen.  Einerseits durfte KKK 2014 für den Anlass Heinrich Müller/Marianne Schroe­der auf drei grosse Sponsorenbeiträge zählen. Andererseits ermöglicht insbesondere die relativ konstante Zahl von 350 Mitgliedern (letztes Jahr neun Austritte/fünf Eintritte), dass selbst gros­se Namen in der Kleinkunstszene im Johanniterdorf auftreten können. Auf diese «wichtige Stütze» darf KKK auch im neuen Vereinsjahr zählen. Die 35 Anwesenden stimmten dem gleichbleibenden Mitgliederbeitrag von 30 Franken für Einzelpersonen und 50 Franken für Paare/Juristische Personen zu. Ebenfalls zurückgreifen kann KKK einmal mehr auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer. Am Dankeschönessen Mitte Januar stellten sich erneut genügend Personen zur Verfügung, die zusammen mit dem achtköpfigen Vorstand das Programm stemmen.

K wie Kunterbunt
Apropos Programm: Ein Paukenschlag eröffnet die 16. KKK-Saison: Mit Klaus Eckel ist am Donnerstag, 24. April, 20 Uhr, ein ausgezeichneter Kabarettist zu Gast. Der Österreicher gewann unter anderem 2007 den renommierten Salzburger Stier, 2008 den Österreichischen und 2010 den Deutschen Kabarett-Preis. Der Vorverkauf für diesen Anlass beginnt am 1. März (www.kkk-reiden.ch). Nach Kabarett gehts am 28. Juni mit Kuckucken weiter, wie Silvia Steiner in ihrer Vorschau ausführte. Die schrägen Vögel der A-cappella-Formation «Knows the cuckoo» bringen die Reider Kornschütte ins S(ch)wingen. Am traditionellen Sommerfest vom 16. August ist der bekannte Liedermacher Linard Bardill im Hof der Kommende zu Gast, bevor der Verein im Oktober wortwörtlich an Ausstrahlung gewinnt: Die Radio-Sendung Persönlich sendet am 26. Oktober direkt aus der Reider Kornschütte. Am Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr, bestreiten Angelika Maria Eysermans und Eva Elisabeth Schreyer-Puls alias Klavierduo «tastiera armonica» den zur Tradition gewordenen Anlass «Worte und Musik im Advent». Vierhändig verleihen sie dem KKK-Jahr ein letztes Mal Flügel. 

K wie KKK
Nach rund einer Stunde schloss Präsidentin Silvia Steiner die ruhig verlaufene Generalversammlung. Laut wurde es an diesem Abend nur bei und nach den Auftritten von Carmen Würsch und Marlene Bättig, welche nach ihren Lieder-Blöcken jeweils einen kräftigen Applaus erhielten. K wie Kultur konnte genossen werden. KK wie Kontakte in der Kommende folgten. In der Johanniterstube wurde bei Pizza und einem Glas Rotwein zusammengesessen und dem Namen des Reider Vereins gebührend Rechnung getragen. bo./ Willisauer Bote

Jahresprogramm 2014 - Auf der Kommende wirds persönlich
 Ein berühmter Liedermacher, eine Truppe Kuckucke oder ein wortwörtlich ausgezeichneter Kabarettist. Mit Blick auf das KKK-Programm 2014 ist bereits jetzt klar: Es wird punkto Zuhörer als Rekordjahr in die Vereins­geschichte eingehen.

Um diese Vorhersage zu treffen, muss man keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen: Dem Verein Kultur und Kontakte in der Kommende gelang es nämlich, die Macher der Radio-Live-sendung «Persönlich» ins Johanniterdorf einzuladen. Am Sonntag, 26. November, wird die beliebte Talkrunde direkt aus der Kornschütte gesendet. Die Worte von Moderator Christian Zeugin und seiner beiden Gäste treffen auf rund 900 000 Ohren. Welche zwei Personen den SRF1-Hörern sowie den rund 100 Gästen vor Ort aus ihrem Leben erzählen, dies ist noch eine Unbekannte im Jahresprogramm des Reider Kulturvereins, der einmal mehr viele Kontakte auf der Kommende ermöglicht.

Ein Trophäensammler und schräge Singvögel

Ein Paukenschlag eröffnet die 16. KKK-Saison: Mit Klaus Eckel ist am Donnerstag, 24. April, 20 Uhr, ein wortwörtlich ausgezeichneter Kabarettist zu Gast. Ein paar Beispiele gefällig? Der Österreicher gewann unter anderem 2007 den renommierten Salzburger Stier, 2008 den Österreichischen und 2010 den Deutschen Kabarett-Preis. Während Eckel Worte und Flügeltasten tanzen lässt, heben die KKK-Gäste am Samstag, 28. Juni, 20 Uhr, mit schrägen Singvögeln ab. Die A-cappella-Formation «knows the cuckoo» legt ihre unterhaltsamen Eier nicht nur in die Nester des Gospels und des Jazz, sondern auch in die Wälder des Schlagers, der Strassen- und Volksmusik aus aller Welt.

Linard Bardill und Wilhelm Tell

Am traditionellen Sommerfest kommen im lauschigen Innenhof der Kommende heuer insbesondere die Kleinen ins Rocken: Am Samstag, 16. August, 18 Uhr, lädt KKK Reiden zum Familienkonzert mit Linard Bardill. Beim Programm «Nid so schnell, Wilhelm Tell» hat er gemeinsam mit Bassist Bruno Brandenberger eine wunderbare Mischung aus Pop, Folk und Klassik gefunden. Willi und Tell zeigen, wie auch heutzutage Grossmäuler gestopft werden könnten. Grosse Ohren wieder­um lohnen sich bei «Worte und Musik im Advent»: Am Sonntag, 7. Dezember, 17 Uhr, bestreiten Angelika Maria Eysermans und Eva Elisabeth Schreyer-Puls alias Klavierduo «tastiera armonica» den zur Tradition gewordenen Anlass. Vierhändig verleihen sie dem KKK-Jahr ein letztes Mal Flügel.

Zemp zum Dritten und zum Vierten
Viel Beifall gabs am Sonntag bei «Kultur und Kontakte in der Kommende», wo Moë und der Schreibgärtner mit Musik und einem Plädoyer für Bilokation die rund 60 Gäste unterhielten. Und wie jedes Jahr fehlten Lebkuchen und Nidle nicht.

von Adelheid Aregger

«Zemp zum Dritten und zum Vierten» – so schrie nicht ein Gantrufer in die Kornschütte hinein. Nein, das ist die nüchterne Bestandesaufnahme der Auftritte von Angehörigen der Familie Zemp aus Dagmersellen. Nach der Mutter Cécile und der Schwester Priska alias Heidi Happy besetzten diesmal Anet (voc, git) und Claudio die Bühne, unterstützt von Marc Scheidegger (git, voc) und Sabina Conradin (acc,voc). Sie loteten das Thema «Das muss wohl Liebe sein» aus und blieben dabei nicht im heute alles dominierenden Sex stecken, sondern bezogen auch die Geschwister- und Mutterliebe mit ein, die Liebe zum Kind und zum Gatten, die christliche und platonische Liebe.

Die Leidenschaft, die Leiden schafft
Wenn auch der Sex durchaus seinen Platz hatte, vor allem in den Antworten auf den intimen Blutspende-Fragebogen («Wie oft und wie lang?»), die der Schreibgärtner den rund 60 Zuhörern vorlas. Er berichtete von schockierenden Ergebnissen. Von Rakete und Zuckerstock war die Rede, vom Feuer der Leidenschaft, so dass Anet singend feststellte: «Der Weg ist lang und holperig.» Mit Marc Scheidegger und Sabina Conradin besang sie auch «den goldenen Käfig, wo die Prinzessin auf den Prinzen wartet und doch nicht weiss, ob sie ihn will, so er denn überhaupt kommt.»

Zemp zwischen zwei Welten
Unterdessen war der Schreibgärtner damit beschäftigt, die dem Haupttitel des Anlasses «Worte und Musik im Advent» entsprechende Dekoration zu schaffen, Blumen aus Zeitungspapier. Damit war der Link zum Beruf des freischaffenden Schreibers und Sprechers hergestellt, der in der Kommende zusätzlich als Kursleiter und Instruktor der neuen Technik Bilokation auftrat. Hautnah erlebte das Publikum seinen Versuch, gleichzeitig einen Einführungskurs in Wipkingen zu leiten. Doch die Simultanschau klappte nicht auf Anhieb, dafür umso besser eine Dokumentation von Reisen durch die ganze Welt. Es waren Postkartengrüs­se von Franz. Als dieses Alter Ego hatte Claudio Lappland, China, Amsterdam und das Tessin bereist und war doch immer vor Ort geblieben. «Sie ist sehr anstrengend», kommentierte der Schreibgärtner die Bilokation, «aber sie ist auch sehr hilfreich: Man kann gleichzeitig daheim und im Büro sein, man muss nicht zwischen zwei Ferienzielen wählen, sondern kann beide zur gleichen Zeit geniessen.» Dazu zeigte er Franzens Postkarten der schönsten Orte der Erde, auch vom Rheinfall. «Das ist ein idealer Ort, um überfällige Kinder zu entsorgen», schloss er makaber seine Reise-Empfehlungen, aber das Trio Moë besänftigte die entsetzten Zuhörer: «… gebe ihnen Trost, wenn sie traurig sind.»

Irre Geschichten treffen auf mitreissende Songs
Ganz anders waren nämlich die Töne, die Claudio Zemps bisweilen irre Geschichten umrahmten. Dass die Texte hie und da akustisch schwer zu verstehen waren, dafür entschädigte die persönliche Präsenz des Schreibgärtners. Und auch jene des musikalischen Trios: poetische Lieder, begleitet von feinen Akkordeon-Tönen, manchmal an französische Chansons erinnernd, temperamentvolle Einlagen von Anets ausdrucksstarker Stimme und die mitreis­sende Rhythmik in den Duetten der zwei Gitarren.

Maria und die Supermarkt-Queen
Es war ein Kontrastprogramm, das der KKK seinem Publikum am Sonntagabend bot. Während Marianne Schroeder die Tasten zum Tanzen brachte, ging Heinrich Müller wortwörtlich auf Tour.

von Adelheid Aregger

«Welcome Back» – das Motto des restlos ausverkauften Konzertabends war Programm: In Reiden trafen sich die Pianistin Marianne Schroeder und Bandleader Heinrich Müller, ehemaliger Redaktor am Schweizer Fernsehen. Sechzig Jahre, nachdem die Prokuristentochter Marianne Schroeder und der Pfarrerssohn Heiri Müller an Weihnachten «Maria und Josef» gespielt hatten, bestritten sie beim ersten Wiedersehen in der Reider Johanniterkommende ein Programm, das gut und gern zwei Abende hätte füllen können.

Der Sänger begann zu «tropfen»
Die über 140 Gäste bekamen anlässlich des 6. kantonalen Kulturtages ein Mammut-Programm zu hören, wie es gegensätzlicher nicht hätte sein können. In der prallvollen Kornschütte demonstrierte Heiri Müller, «dass Musig au cha Schaffe sii». Immer wieder griff er zum Frottiertuch, um sich den Schweiss von der Stirn zu wischen, während das Hemd wie eine zweite Haut an seinem nassen Rücken klebte. Kein Wunder, denn Singen war auch ununterbrochene Bewegung, war Hüpfen und Stampfen, war der Weg durchs Publikum, um es klatschend anzufeuern mit «You You You». So geriet es zusammen mit der Band immer mehr «On Fire», wie die neuste CD heisst, mit der Heiri Müller und seine Band Bruce Springsteen zum Leben erwecken. Womit Heiri Müller die Wirkung nicht verfehlte, denn je weiter der Abend fortschritt, je intensiver er sang und rockte, desto mehr Echo kam aus den Sitzreihen, wo mit Ausnahme der Teenies und Twenties alle Altersstufen vertreten waren. Auch ehemalige Mitschüler aus Reiden und Zofingen, mit denen ihn gemeinsame Erinnerungen verbinden. «Mein Bruder hat sich immer geschämt, wenn ich ihn singend durchs Dorf begleitete», erzählte Heiri und gab immer auch etwas vom Inhalt der englischen Lieder preis: Vom «Secret Garden» der Prostituierten, von der hübschen Kassierin im Supermarkt, vom Leben am Fluss. Und wenn man auch die Worte kaum verstand, so drückte die Musik doch aus, was sie sagen wollten.

Afrika in Reiden
Von verhaltenem bis übermächtigem Sound war die Kornschütte erfüllt, so wie auch die Zuhörer bis ins Innerste durchdrungen wurden von Rhythmen und Tönen. «Vater und Mutter hätten den Plausch, wenn sie wüssten, dass ich in der Kommende bin», gedachte Heiri Müller seiner Eltern, mit denen er bis zu seinem zwölften Lebensjahr im reformierten Pfarrhaus Reiden gewohnt hatte. Auch Afrika, wo er Staats- und Verfassungsrecht doziert hatte, fand den Weg in die Kornschütte, die Reto Spoerli mit einem atemberaubenden Schlagzeugsolo zum Erbeben brachte.

Eine Uraufführung
Andere Gefühle und Reaktionen hatte zuvor die Pianistin Marianne Schroeder ausgelöst. Ihr Element ist die Neue Musik, die sie beim sonntäglichen Konzert allerdings nicht in ihrer extremsten Form präsentierte. So mischte sie unter Kompositionen des Schweizer Zeitgenossen Jürg Wyttenbach und des 1988 verstorbenen Italieners Giacinto Scelsi zwei Mozart-Sonaten und gab damit jenen im Publikum ein Zückerchen, die moderner Musik ziemlich verständnislos gegenüberstanden. Trotzdem: Wer sich die Mühe nahm zu lauschen und mitzuempfinden, entdeckte in den Melodien, die dem Ohr nicht wie Mozart schmeichelten, Botschaften, die es wert waren, gehört zu werden. Zumal Marianne Schroeder eine Einführung in die «Quattro Illustrazioni» von Giacinto Scelsi aus dem Jahr 1953 gab, die sie mit den zwei Eigenkompositionen «Fantasia cottidiana» und «Auf dem Lichtbogen wandelnd die Pilger von Reiden», einer Uraufführung, umrahmte. Mystisches und Mythisches aus dem Fernen Osten beschwört der italienische Komponist herauf, wenn er in «Shesha», «Varaha», «Rama» und «Krishna» den grossen Geheimnissen des Lebens nachspürt. Dazu gehöre der immerwährende Wandel, erklärte Marianne Schroeder und traf sich trotz des gegensätzlichen Musikstils mit Heiri Müllers Aussage «Das Leben ist Wechsel». Damit fanden beide die Zustimmung des Publikums, und beiden galt der herzliche bis frenetische Schlussapplaus. bo.

Nächster Anlass: Moë (Anet Zemp/ Marc Scheidegger/Sabina Conradin acc,voc) & der Schreibgärtner (Claudio Zemp), Sonntag, 8. Dezember, 17.00 Uhr, Kornschütte der Kommende Reiden.

Ein "brassartiges" Sommerfest im Kommendenhof


Golden glänzte die Posaune im Hof der Johanniterkommende Reiden, silbern leuchtete das Horn mit dem Mond um die Wette. Am Sommerfest des Vereins Kultur und Kontakte in der Kommende strahlten aber die Gesichter der Gäste am hellsten. 

 

Die Wirtschaftscrew hatte auch keine Mühe gescheut, die Musik- und KKK-Freunde mit Speis und Trank zu verwöhnen. Und erst recht nicht die zehnköpfige Musikformation mit dem Namen Brassence, der zwar an Brasserie gemahnt, aber statt das flüssiges Gold aus dem Zapfhahn die Band bezeichnet, die ihren Blechblasinstrumenten mit ihrer wachen Präsenz geschmeidige und ungemein farbige Töne entlockte.

 

Fast unerschöpflich war das Repertoire, das von Jacques Offenbachs «Can Can» bis zu «I will follow him» aus «Sister Act» reichte und Highlights wie «It‘s my live» von Bon Jovi oder «Ob-la-di, Ob-la-da» von John Lennon and Paul McCartney einschloss.

 

Wenn die Musik von der Bühne fetzte oder den Ohren melodisch schmeichelte, dann verstummten die Gespräche im Publikum. Man hörte zu und nahm das Gebotene dankbar an, zum Beispiel auch die perfekt braun grillierte Bratwurst oder den Kommendewein. Und natürlich diesen spätsommerlichen Abend, vielleicht einen der letzten dieses Sommers mit Sonne im Überfluss. Hier im Hof der Johanniterkommende, im Schatten der über zwanzigjährigen Linde und im Schutz der halb so alten Sonnenschirme, die die hereinfallende Abendkühle abhielten, fühlte man sich geborgen. Glücklich genoss man das Zusammensein mit Gleichgesinnten und den ländlichen Frieden, der mit Geld nicht zu kaufen ist.                                           Autorin Adelheid Aregger

 
Wein erwandern - besingen - geniessen


Auf Wein folgt Bier

Wein erwandern, besingen, geniessen: Im Rumi durch den Weinberg schreiten, passende Lieder hören und anschliessend in der Kommende wie Könige Tafeln: Das erlebten 60 KKK-Gäste am 8. Juni 2013. Den entsprechenden Bericht können Sie als PDF-Version anklicken. Zudem sind unter der Rubrik "Galerie" weitere Bilder aufgeschaltet.

Nach dem weinseligen folgt als nächstes ein bierseliger Anlass: KKK lädt am Samstag, 17. August, ab 18.30 Uhr, zum Sommerfest im Hof der Kommende ein. Zu Gast: Die Reider Blasmusikformation Brassence. Geniessen Sie einen Abend mit toller Musik, feinen Bieren und einem Wurst vom Grill. Weitere Infos folgen demnächst.



"Habemus Mamam" an der GV 2013



15 Jahre lenkte Adelheid Areg­ger die Geschicke von KKK Reiden. Nun trat sie zurück und beschenkte den Verein gleich mehrfach.


«Habemus papam!» verkündete einer der GV-Gäste in der mit über 100 Personen proppenvollen Kornschütte. «Das passt. Habemus mamam», antwortete Adelheid Aregger. Denn wenige Sekunden zuvor hatte die Versammlung Silvia Steiner zur neuen KKK-Präsidentin gewählt – und somit zur Nachfolgerin von Adelheid Aregger gemacht. Sie hatte den Verein während 15 Jahren «umsichtig und mit viel Herzblut» geleitet, wie Laudator Walter Wülser in seinen gehaltvollen Worten festhielt. In seiner Rede blickte er auf die Geschichte des Vereins zurück, dessen Präsidentin wie Papst Benedikt ebenfalls vital in den Ruhestand tritt. «Adelheid war der Skipper in einem Boot, deren Mannschaft gemeinsam in die gleiche Richtung ruderte», sagte Wülser. Seine Worte endeten in einer Standing Ovation, welche die Präsidentin gerührt entgegennahm. Ebenso wie die Wahl zur Ehrenpräsidentin inklusive lebenslangem Freieintritt für sie und ihren Ehemann Ruedi. «Ich freue mich riesig, künftig bei euch im Publikum Platz zu nehmen», sagte Adelheid Aregger.

An diesem Abend gehörte ihr jedoch nochmals die Bühne, von der sie die Vorstandscrew nach rund eineinhalb Stunden verabschiedete. Mit je einem kleinen Geschenk und einer passenden Anekdote. Unter den Gratulanten war auch ein neues Gesicht. Die Versammlung wählte Brigit Spiegelberg in den Vorstand, der sich nun wie folgt zusammensetzt: Silvia Steiner (Präsidentin), Margrit Bucher, Monika Luternauer, Claude Mösch, Sabine Sommer, Carmen Brüllhart, Brigit Spiegelberg und Stefan Bossart.

KKK darf sowohl künstlerisch als auch finanziell auf ein erfolgreiches 2012 zurückblicken. Dank den Beiträgen der 350 Mitglieder, welche das Engagement von Kleinkünstlern mit grossem Namen erst möglich machen. So waren unter anderem Liedermacher und Kassensturzmoderator Ueli Schmezer, der weltbeste Balalajka-Spieler Gorbatschow oder Veri, der Abwart, zu Gast in der Kommende. Apropos zu Gast. Dies ist auch der KKK bei seinem nächsten Anlass. Von der Kommende geht es am 8. Juni per Postauto zur musikalischen Wanderung durch den Weinberg im Dagmerseller «Rumi» und zurück. Letztlich endet der Anlass mit einem speziellen Viergänger auf der Reider Kommende. Für diese Idee konnte Adelheid Aregger die Dagmerseller Köchin Edith Meyer, Winzerin Inès Bisang und Musiker Walter Siegfried gewinnen. «Obwohl ich zurückgetreten bin, übernehme ich an diesem Anlass nochmals das Lead. Er ist mein Abschiedsgeschenk an die KKK-Familie und jene, die uns in all den Jahren die Treue hielten.» Es war nicht ihr einziges Geschenk an diesem Abend: Mit einer 48-seitigen Broschüre in den Händen traten die GV-Teilnehmer zu später Stunde den Heimweg an. Darin die Geschichte des Vereins und die Geschichten, welche die bislang 90 Anlässe in der Kommende geschrieben haben. Feinsäuberlich dokumentiert, mit viel Liebe zum Detail gestaltet – auch hier drin steckt das Herzblut einer Person: Adelheid Aregger.

Obwohl am Mittwochabend mit der Präsidentin die «KKK-Gallionsfigur» zurücktrat: «Trauerstimmung» herrschte keineswegs. Einerseits führt die Ehrenpräsidentin schwungvoll und unbeschwert durch ihren letzten offiziellen Akt. Andererseits waren die Gäste schon vor Beginn froh gelaunt: Für kleine Tanzeinlagen und wippende Schritte sorgte die musikalische Begrüssung unten in der Kornschütte, wo die Chätziger Jazzer am Einspielen waren. Sie heimsten sich im Verlaufe der GV einige Szenenapplause ein. Kultur gehört bei KKK eben auch zu einem Abend voller Traktanden. So wie die Kontakte bei einem Glas Wein danach. Der Name verpflichtet – während den letzten 15 Jahren und hoffentlich für die nächsten Jahrzehnte. 
Ein Dankeschön und auf Wiedersehn


Liebe KKK-Chargierte und -Mitglieder, liebe Gäste und Freunde

Es fehlten mir tatsächlich die Worte, als ich am 13.3.13 in der Kommende verabschiedet wurde. Vorher habe ich die GV noch voller Sprutz durchgezogen, Sprüche gemacht und bin trotz digitaler Vorführpanne nicht aus dem Konzept geraten. Und dann lähmte mich Ihre Verabschiedung völlig. Es blieb ein fast stummes Stammeln ob soviel Anerkennung, über die Geschenke, die Laudatio und die Standing Ovation aller Gäste.

Die Danksagung hole ich jetzt nach und drücke meinen allerherzlichsten Dank an Sie alle aus, die mich jahrelang unterstützt haben.

Vollends (fast) sprachlos hat mich die Ehrenpräsidentschafts würde gemacht. Sie hat die Verpflichtung geschaffen, dass ich bei KKK-Anlässen auch künftig nicht fehle und die Termine in meiner Agenda weiterhin rot anstreiche. Ich werde dies nach Möglichkeit tun, und ich hoffe, die Verbindung mit KKK und mit den Mitgliedern noch viele Jahre aufrecht erhalten zu können.

Meine grossen Hoffnung ist auch, dass «Kultur und Kontakte in der Kommende» Bestand hat, dass sich der Verein weiter entwickelt und dass ihm die Mitglieder treu bleiben und neue dazukommen.

Empfangen Sie meine besten Wünsche auch für Ihr privates Leben

und meinen herzlichsten Gruss

Ihre Adelheid Aregger


 

Ticketing
Ticketshop
Einfach und bequem Tickets für unsere Anlässe von zu Hause aus bestellen.
Hier klicken
Programm